Bundesarbeitskammer: Qualität in der Lehre sichern, Schulabbruch verhindern 5

Lehre, Schule, Uni: Anträge für bessere Bildung und Ausbildung beschlossen

Graz (OTS) - Nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Schul- und Lehrplätze für Kin-der und Jugendliche muss stimmen: Das fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer heute in Graz in mehreren Anträgen: Gemeinsam fordern alle Fraktionen die Einführung eines Qualitätssicherungssystems für die Lehrausbildung. Mehrheitlich wollen die Mitglieder der Hauptversammlung etwa Qualitätssicherung in der Nachmittagsbetreuung von Schulkindern und Maßnahmen zur Verhinderung des Schulabbruchs.

In Österreich gibt es kein System zur Überprüfung von Lehrbetrieben, ob sie auch Ausbildung mit Qualität bieten, kritisieren alle Fraktionen in der Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer. Per Antrag fordern sie die zuständigen Ministerien auf, sich für Qualitätsstandards in der Lehrausbildung und für eine Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen einzusetzen. Verstärkt investiert werden solle auch in die Möglichkeit, versäumte Hauptschul- und Lehrabschlüsse und die Matura nachholen zu können.

Qualität will die Hauptversammlung auch in der Nachmittagsbetreuung für Schulkinder. Sie will Mindeststandards für die Betreuung in Horten und privaten Vereinen, aber auch in der schulischen Nachmittagsbetreuung. Mehrheitlich fordert die Hauptversammlung etwa höchstens 25 Schließtage im Jahr, Mindestöffnungszeiten Montag bis Freitag bis 18 Uhr, ein gesundes Essen und Mindestanforderungen an die Ausbildung der BetreuerInnen.

Noch fliegt jede/r zehnte Jugendliche nach der Schulpflicht aus dem Bildungs- und Ausbildungssystem oder beginnt erst gar keine weiterführende Ausbildung. Mehrheitlich fordert die Hauptversammlung Anstrengungen, um den Anteil der "frühen BildungsabbrecherInnen" bis 2020 von zehn auf fünf Prozent zu senken. Schon die Schule müsse bei ersten Warnsignalen reagieren, ein essenzieller Beitrag wäre der Ausbau der Ganztagsschulen, keine Aufteilung erst Zehnjähriger auf Hauptschule und Gymnasium mehr und ein flächendeckender Ausbau der Angebote zum Nachholen von Bildungsabschlüssen.

Erleichtert werden soll auch die Anerkennung und Nostrifikation von im Ausland erworbenen Qualifikationen. Dafür fordert die Mehrheit der Mitglieder der Hauptversammlung einheitliche gesetzliche Regelungen und flächendeckend zentrale Anlaufstellen.

An den Universitäten soll wiederum möglichst rasch überprüft werden, wie sich die neuerdings verschärften Studieneingangs- und Orientierungsphasen auswirken - etwa auf die soziale Zusammensetzung der Studierenden in einzelnen Studienrichtungen.

(Forts.)

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