Schokolade: Nachhaltigkeit zu Dumpingpreisen kann es nicht geben

Produktionsgewerkschaft (PRO-GE), Greenpeace, Südwind und der Verein für Konsumenteninformation (VKI) informieren über Nachhaltigkeit am Kakaosektor

Wien (OTS) - (PRO-GE/Greenpeace/Südwind/VKI/ÖGB) Nicht nur zu besonderen Anlässen wie Nikolaus oder Weihnachten legen immer mehr KonsumentInnen Wert auf den Kauf nachhaltiger Produkte. Sie bedenken zunehmend den Einfluss von Produktionsverfahren auf Armut und Umwelt und wollen mit dem Kauf zertifizierter Schokolade Nachhaltigkeit fördern. "Doch während es einige Unternehmen ernst meinen und Strategien entwickeln um nachhaltige Produktion auf Dauer sicherzustellen, schreiben sich andere Unternehmen scheinbar Nachhaltigkeit nur auf ihre Fahnen, um ihr Image bei den VerbraucherInnen aufzupolieren", kommen PRO-GE, Greenpeace, Südwind und VKI, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 23. November zum Thema Nachhaltigkeit am Kakaosektor, zum Schluss.++++

In der primären Kakaoerzeugung sind weltweit etwa 14 Millionen ArbeiterInnen beschäftigt. Nur fünf multinationale Konzerne beherrschen 60 Prozent des Weltmarktes. Preisdumping ist die Folge des erbitterten Kampfes um Absatzmärkte, bei dem die Umwelt und die schwächsten der Produktionskette - meist Kleinbauern in armen Ländern - allzu oft auf der Strecke bleiben. "Milchschokoladetafeln zu einem Dumpingpreis von Euro 0,25 können nur Ausbeutung von Umwelt und Menschen in den Produktionsstätten bedeuten oder diese Produkte werden unter den Produktionskosten angeboten. Diese Geiz ist
geil -Mentalität ist unerträglich", so Gerhard Riess, zuständiger Sekretär der PRO-GE.

"In der Elfenbeinküste, dem weltgrößten Kakaoproduzenten, arbeiten mehrere 100.000 Kinder auf den Plantagen bis zu zwölf Stunden täglich und hantieren mit giftigen Pestiziden ohne Schutzkleidung. Diese sklavenähnliche Kinderarbeit könnte wirksam bekämpft werden, wenn Kakaobauern existenzsichernde Löhne bekämen", fordert Elfriede Schachner, Südwind-Geschäftsführerin. Greenpeace bemängelt im Marktcheck von 22 Milchschokoladetafeln heuer vor allem die Verwendung von gentechnisch belasteter Milch und die unzureichende Kennzeichnung von pflanzlichem Fett. "Häufig kommt bei solchen Produkten Palmöl oder Palmfett zum Einsatz, das zumeist aus Indonesien stammt. Dort werden großflächig Urwälder gerodet und die Lebensgrundlage der ohnedies bereits vom Aussterben bedrohten Orang-Utans zerstört", bemängelt Claudia Sprinz, Greenpeace Konsumentensprecherin.

Ein Nachhaltigkeitssiegel auf Billigschokolade gaukelt den VerbraucherInnen zudem vor, die Tafel sei zu 100 Prozent aus zertifizierten Rohstoffen hergestellt. Dabei sind die Anforderungen für die jeweiligen Siegel sehr unterschiedlich. Die 25 Cent-Schokolade enthält etwa nur zehn Prozent zertifizierte Kakaobohnen. "Dumpingpreise machen alle Bemühungen zunichte, die Produktionsbedingungen zu verbessern und langfristig einen nachhaltigen Anbau zu ermöglichen. Hersteller, der Handel als auch die KonsumentInnen müssen sich bewusst sein, dass Nachhaltigkeit ihren Preis hat", betonen die Organisationen.

Fotomaterial zum Kakaoanbau in Ghana zur freien Verwendung unter Angabe des Copyrights "Südwind" www.suedwind-agentur.at/start.asp?gal=PA_Kakao_0904&b=442

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