FPÖ-Mölzer: Unruhen in Ägypten beweisen, dass auf Revolutionen nicht notwendig Demokratie folgt

Nordafrikanische Umbruchsstaaten zwischen Militärdiktaturen und Islamismus - Europa muss erkennen, dass sich Demokratie nicht eins zu eins übertragen lässt

Wien (OTS) - Die Erwartung des Westens und damit auch der Europas, dass sich nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Mubarak alles zum Positiven wenden werde, seien unrealistisch und naiv gewesen, sagte heute der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Andreas Mölzer, zu den jüngsten Unruhen in Ägypten. "Vor allem hat man sich der Illusion hingegeben, man könne demokratische Systeme, wie sie in Europa üblich sind, eins zu eins auf arabische Länder übertragen", fügte Mölzer, der auch Mitglied des außenpolitischen Ausschusses des Europäischen Parlaments ist, hinzu.

Was die weitere Entwicklung in Ägypten und anderen arabischen Umbruchsstaaten betreffe, sei, so der freiheitliche EU-Mandatar, mit der Herausbildung neuer autoritärer Systeme zu rechnen. "Gerade das Beispiel Ägyptens zeigt, wie groß für das Militär die Versuchung ist, nach der Macht im Staate zu greifen. Und die jüngsten Unruhen beweisen auch, dass Ägypten und anderen Ländern in der Region weiterhin unruhige Zeiten bevorstehen", erklärte Mölzer.

Weiters wies der freiheitliche Europaabgeordnete darauf hin, dass nach dem Wahlsieg der tunesischen Ennahda-Partei und dem zu erwartenden Erfolg der Moslembrüder bei der Parlamentswahl in Ägypten in der kommenden Woche in Nordafrika mit einer Islamisierungswelle zu rechnen sei. "Das Gesicht der arabischen Staaten Nordafrikas wird sich verändern, aber nicht so, wie man es in Brüssel und in den europäischen Staatskanzleien erwartet hat. Deshalb muss die EU dringend eine Strategie entwickeln, wie sie mit islamistischen Regimen in ihrer südlichen Nachbarschaft umgeht", schloss Mölzer.

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