Greenpeace fordert Verbot für Schiefergasbohrungen in Österreich

OMV-Förderungspläne mit enormen Umwelt- und Gesundheitsrisiken verbunden

Wien (OTS) - Greenpeace übt scharfe Kritik an der OMV. Grund dafür sind die gestern öffentlich bekannt gewordenen Pläne der heimischen Erdölgesellschaft, im Weinviertel nach Schiefergas zu bohren. Die risikoreiche Förderung des Gases, das in erheblichen Tiefen unter Einsatz von gefährlichen Chemikalien aus dem Gestein gelöst wird, ist mit einer enormen Umwelt- und Gesundheitsgefährdung verbunden. "Wir rufen die Bundesregierung dazu auf, dringend zu handeln und Schiefergasbohrungen in Österreich zu verbieten. Es ist nicht akzeptabel, dass die Weinviertler mit ihrer Gesundheit für die Risikofreudigkeit der OMV haften", fordert Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Greenpeace geht davon aus, dass die OMV mit den Plänen zur Schiefergasförderung viel weiter vorangeschritten ist, als sie öffentlich zugibt und bereits 2012 mit den Bohrungen starten könnte. "Österreich hat zu Recht die unterirdische Lagerung von CO2 verboten. Die Bundesregierung muss jetzt auch bei der Schiefergasförderung die Notbremse ziehen und wie Frankreich die Förderung verbieten", so Westerhof.

Weltweit sind Schiefergasbohrungen mit Protesten verbunden. Grund dafür ist die risikoreiche Förderungstechnologie. Das Gas muss mit sehr hohem Druck und dem Einsatz von aggressiven Chemikalien aus dem unterirdischen Gestein gelöst werden. Sowohl Bohrungen als auch Exploration sind mit einem hohen Risiko für die Umwelt verbunden. Dieses reicht von Verschmutzung des Grundwassers bis hin zur Freisetzung von radioaktiven Elementen. Hinzu kommt der enorme Wasserverbrauch: Mehrere Millionen Liter Wasser sind für jede einzelne Bohrung nötig - pro Quadratkilometer braucht es mehrere Bohrungen. Durch die Bohrungen können außerdem leichte Erdbeben ausgelöst werden.

Greenpeace vermutet hinter den heimischen Förderungsplänen das mögliche Scheitern des Prestige-Projekts der OMV: "Das drohende Nabucco-Debakel führt offensichtlich dazu, dass sich die OMV das Gas jetzt anderswo sichern will", so Westerhof. Die Nabucco-Pipeline hätte jährlich etwa 30 Millionen Kubikmeter Erdgas aus Zentralasien zur OMV-Verteilerstation ins österreichische Baumgarten bringen sollen. "Nabucco" stand jedoch von Anfang an unter keinem guten Stern und die Errichtung wird zunehmend fraglicher. "Statt weiter in noch risikoreichere Fördermethoden zu investieren, soll die OMV endlich Pläne vorlegen, wie sie sich den Ausstieg aus fossilen Energieträgern vorstellen."

Rückfragen & Kontakt:

Dipl.-Ing. Jurrien Westerhof
Klima- und Energieexperte Greenpeace
Tel.: +43 (0)664 6126701
mailto: jurrien.westerhof@greenpeace.at

Melanie Aldrian
Pressesprecherin Greenpeace
Tel.: +43 (0)664 6126725
mailto: melanie.aldrian@greenpeace.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001