Gefahrguttransporte: WKÖ appelliert, Begleitpapiere und Ausrüstung zu aktualisieren

10jähriges Jubiläum des Österreichischen Gefahrgutsicherheitstages

Wien (OTS/PWK839) - Täglich werden beachtliche Mengen
gefährlicher Güter auf der Straße, der Schiene, Wasserstraßen und in der Luftfahrt transportiert. Bis zu 150 Gefahrenguttransporte sind täglich auf den heimischen Autobahnen - betrachtet man diverse Streckenabschnitte - unterwegs, so Erik Wolf, Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, beim Österreichischen Gefahrgutsicherheitstag, der heute, Mittwoch, bereits zum zehnten Mal begangen wird. Ganz besonders schwerwiegende Unfälle mit Gefahrgütern passieren in Österreich glücklicherweise selten.

Für jene Unternehmen, die Gefahrguttransporte durchführen, gibt es ab heuer Änderungen bei den Vorschriften: Es gelten neue Sicherheitspflichten bei der Kennzeichnung und Bezettelung von Beförderungseinheiten, Verpackungen und Containern, den mitgeführten Dokumenten und der Schutzausrüstung sowie den Eintragungen im Beförderungspapier. Wolf wies darauf hin, dass künftig Mitarbeiter bereits zu unterweisen sind, bevor sie erstmals betriebliche Pflichten bei der Abwicklung von Gefahrgutbeförderungen übernehmen. Zudem können beim Versand von Gefahrgütern mittels Luftfracht erstmals auch Kontrollen am Betriebsgelände von Versendern stattfinden. "Eine hohe Sachkompetenz bei heimischen und ausländischen Frächtern, Spediteuren und Verladern, aber auch bei den Kontrollorganen und Einsatzkräften ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erfüllung hoher Sicherheitsniveaus", appelliert Wolf an die Unternehmen, schriftliche Weisungen (Unfallmerkblätter) und Ausrüstungsgegenstände für Notfallmaßnahmen auf dem aktuellen Stand zu halten und die neue Aufbewahrungspflicht für Gefahrgutbeförderungspapiere von drei Monaten zu beachten.

Die Novelle 2011 des Gefahrgutbeförderungsgesetzes soll gewährleisten, dass Rechtsunsicherheiten bei Kontrollen künftig der Vergangenheit angehören. Vorschriftenänderungen treten künftig gleichzeitig für nationale und grenzüberschreitende Transporte in Kraft. Die Beachtung von zwei unterschiedlichen Rechtsvorschriften entfällt. Doppelgleisigkeiten bei Beförderungspapieren, der Programmierung der EDV, der Anbringung von UN-Nummern und Gefahrzetteln an Versandstücken und Fahrzeugen entfallen. "Nicht nur Unternehmen profitieren so vom Bürokratieabbau und den Vereinfachungen, sondern auch die Behörden", so der Bundesspartengeschäftsführer. Die Schulung der Kontrollorgane sowie die Ausbildung von Gefahrgutbeauftragten und ADR-Lenker erfolgt künftig nach dem aktuellen völkerrechtlichen Regelwerk und hinkt national zeitlich nicht mehr hinterher.

Aufgrund der neuen Vorschriften für Transporte auf der Straße (ADR 2011), der Schiene (RID 2011) und Wasserstraßen (ADN 2011), die jeweils 130 Gesetzesseiten umfassen, können erstmals die Transportangaben zwischen Versendern und Beförderer elektronisch ausgetauscht werden. Ein vollständiger Ersatz des papierenen Beförderungspapiers ist jedoch noch nicht möglich. Elektronisch mitgeführte Gefahrgutdaten müssen bei behördlichen Kontrollen vor Ort ausgedruckt werden können und so die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, so Wolf. Die neu eingeführte Rechtsfigur des Entladers übernimmt Pflichten vom Empfänger, wie beispielsweise die Entfernung von Kennzeichen oder gefährlichen Rückständen an Tanks oder Containern.

In Bereichen, wo Gefahrgüter in kleinen Mengen sowie über geringe Entfernungen befördert werden, ermöglicht die Novelle 2011 des Gefahrgutbeförderungsgesetzes die österreichweite Festlegung von vereinfachten Transportbedingungen per Verordnung, wenn Mindestsicherheitsstandards gewährleistet werden. Vom Entfall von Einzelgenehmigungsverfahren in den Bundesländern können bestimmte Wirtschaftsbereiche wie die Bauwirtschaft, Handelsunternehmen wie der Landesproduktenhandel oder Betriebe der Abfallwirtschaft profitieren.

Künftig ersetzt ein weißer Scheckkartenführerschein den papierenen sogenannten ADR-Lenker-Schein. Bis 31. Dezember 2012 dürfen Schulungsveranstalter noch Dokumente in Papierform ausstellen, die wie bisher fünf Jahre gültig sind. Bei den Lenkern, die eine ADR-Schulungsbescheinigung benötigen, geht es um einen Personenkreis von einigen tausend Personen. Die geplante Novelle der Gefahrgutbeförderungsverordnung soll eine abgestimmte Vorgehensweise bei der Schulungsabwicklung und der Ausgabe der neuen ADR-Führerscheine festlegen, um eine hohe Akzeptanz der Schulungsmaßnahmen bei Wirtschaft und Behörden zu erzielen, mahnt Wolf eine ausreichende Umstellungsphase ein. (PM)

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