Kinderfreunde zu Kimberger: Kinderrechte statt härterer Strafen!

Wien (OTS) - Die Österreichischen Kinderfreunde sprechen sich klar gegen den aktuellen öffentlichen Vorschlag des PfilchtschullehrerInnen-Gewerkschafters Paul Kimberger aus, Eltern von so genannten "ProblemschülerInnen" die Familienbeihilfe zu verwehren, sowie LehrerInnen härtere disziplinäre Maßnahmen zu ermöglichen. Die Kinderfreunde pochen auf die Einhaltung der Kinderrechte!

Am Linzer Landesgericht wurde am Montag jener Prozess fortgesetzt, in dem ein 7-jähriger Schüler die Republik Österreich klagt. Die Eltern des Buben behaupten, dass der Schüler mehrfach vom Direktor tätlich angegriffen worden sei, was dieser mittlerweile auch in zwei Fällen zugab. Der Junge trug psychosoziale Schäden davon. In diesem Zusammenhang stellte Paul Kimberger von der FCG-PflichtschullehrerInnen-Gewerkschaft die Forderung auf, dass Eltern von "ProblemschülerInnen" auch Konsequenzen treffen sollten, wenn sie nicht mit der Schule kooperieren würden. Konkret wurde die vorübergehende Streichung der Familienbeihilfe gefordert. Auch wurde gefordert, den Lehrerinnen und Lehrern seitens des Gesetzgebers mehr disziplinäre Maßnahmen zu ermöglichen.

"Diese Forderungen sind eine Ungeheuerlichkeit und erinnern mich an Zeiten zurück, in denen Prügelstrafe sowie die Ausübung von psychischer Gewalt in der Schule Realität waren", so StR Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde. "Es kann nicht sein, dass in einem Land wie Österreich, in dem die Gewaltenteilung verfassungsrechtlich festgeschrieben ist, plötzlich LehrerInnen Legislative, Judikative und Exekutive zugleich in einer Person sein können und auch noch die Kinderrechte mit Füßen getreten werden", so Oxonitsch weiter.

Viel sinnvoller zur Entlastung des Lehrpersonals sei die langjährige Forderung der Österreichischen Kinderfreunde nach mehr LehrerInnen in der Klasse und einer höherwertigen pädagogischen Ausbildung für alle Altersstufen: "Damit ist ein individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse einzelner SchülerInnen viel eher möglich und verschafft den PädagogInnen auch Freiräume in der Unterrichtsgestaltung", ergänzt Oxonitsch.

Der Ruf nach Repressionen und Strafen nützt niemandem, weil damit keine Probleme gelöst werden. Im Gegenteil, oftmals verschlimmert man damit ohnehin schwierige Situationen in Familien. "Speziell in wirtschaftlich mageren Zeiten gehören Familien immer zu jenen Bevölkerungsgruppen, die reale Einschnitte und auch psychosoziale Belastungen als Erste zu spüren bekommen. Diese Menschen dann auch noch durch die Streichung der Familienbehilfe weiter zu bestrafen, grenzt an Bösartigkeit", so Oxonitsch abschließend.

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