Ein "Gift" für die soziale Balance (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 18. Nov. 2011

Klagenfurt (OTS) - Soweit ist alles klar: Die Schuldenbremse wurde auf internationaler Ebene als eine Maßnahme gegen Finanzkrise beschlossen, und daran kommt auch Österreich nicht vorbei. Doch an der Antwort auf die Frage, wo das Sparpotenzial liegt, wird sich zeigen, wofür Rot und Schwarz stehen. Und daran, wer zumindest versucht, dem Drängen der Wirtschaft die Stirn zu bieten. Steuererhöhungen seien "Gift" für das Wachstum, gibt WK-Chef Leitl der Regierung zu verstehen. Was er meinen kann? Wohl die Besteuerung von Vermögen. "Gift" für die Balance dieses Staates wäre ganz etwas anderes. Etwa die Ignoranz gegenüber einer Wahrheit zum Thema höheres Pensionsalter: Firmen hecheln nur so danach, "teure" Angestellte um die 50 loszuwerden. Sollen sie einmal bis 65 auf der Straße stehen? Droht der Sparstift weiter zuerst dem Solidaritätsprinzip und zuletzt dem großen Brocken der Wirtschaftsförderungen? Sie schafft vielleicht Jobs, doch was trägt sie im Einzelfall zur Verteilungsgerechtigkeit bei? Die Antwort darauf eröffnet Spielraum für ein schärferes rotes Profil.

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