"Situation des Christentums in Europa ähnelt seinen Anfängen"

Kardinal Schönborn in Beitrag für 60. Ausgabe des Magazins "Das Jüdische Echo" - Christentum ist Wurzel Europas und zugleich "Fremdkörper"

Wien, 17.11.11 (KAP) "In mancher Hinsicht sind wir wieder am Anfang des Christentums": Ohne jede Beschönigung und doch voll Zuversicht hat Kardinal Christoph Schönborn die Situation des in Europa "weitgehend marginalisiert" scheinenden Christentums beschrieben. In einem Beitrag für die 60. Ausgabe des Magazins "Das Jüdische Echo" weist der Wiener Erzbischof auf das heute weitgehend "heidnische" Umfeld hin, in der christliche Grundhaltungen verlernt worden seien, und in der "Astrologie und Abtreibung, Aberglaube und Ängste vorherrschen".

Dennoch seien die Kirchen in Europa keineswegs "Auslaufmodell" - im Gegenteil: "Europa braucht den profetischen Einspruch des Christentums als heilsame Unruhestiftung", so der Kardinal. "Andererseits braucht das Christentum die kritische Rückfrage des säkularen Europa. Sie tut ihm gut. Sie weckt es auf, fordert es heraus." Schönborn beschreibt das Christentum als bis heute prägende Wurzel Europas, zugleich sei es ein "Fremdkörper" in dem säkularisierten, rational-aufgeklärten Kontinent.

Kardinal Schönborn ist einer von vielen hochkarätigen Autoren in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Das Jüdische Echo", die am Mittwochabend im ORF-Radiokulturhaus mittels einer Podiumsdiskussion präsentiert wurde. Über das Heftthema "Religion heute. Wozu?" tauschte sich Chefredakteurin Marta S. Halpert u.a. mit dem lutherischen Bischof Michael Bünker und dem Wiener Philosophen Konrad Paul Liessmann aus. Im dem 192 Seiten umfassenden Heft scheinen diese drei ebenso als Autoren auf wie der aus Wien stammende US-Religionssoziologe Peter L. Berger, der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner, der deutsche Rabbiner Walter Homolka, der Mathematiker Rudolf Taschner, die Literatin Anna Mitgutsch oder Kardinal Schönborn.

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