Städtebund: Städte sind wichtigste Partner bei der Integrationsarbeit

Nachhaltige Bildungskonzepte erfordern notwendiges Budget

Wien (OTS) - "Migration ist ein urbanes Phänomen, das viele politische Bereiche betrifft. Daher ist auch klar, dass der Großteil der Integrationsarbeit in Städten umgesetzt wird", sagt Matthias Stadler, Bürgermeister von St. Pölten und Vorsitzender des heute stattfindenden Integrationsfachausschusses des Österreichischen Städtebundes in Wien.

Viele Städte und Gemeinden engagieren sich mit großem Einsatz und setzen erfolgreich eine Vielzahl von Integrationsprojekten um. "Integration passiert vor Ort und betrifft meist das Zusammenleben der Bevölkerung. Wir haben Interesse daran, genau dort anzusetzen und dabei sind Städte unsere wichtigsten Partner", betonte Gastreferent Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz im Zuge der Veranstaltung.

Jene Maßnahmen, die im Rahmen der vorhandenen finanziellen Mittel zu verwirklichen sind, werden bestmöglich realisiert. Dies gilt auch für jene Bereiche, die eigentlich nicht in den unmittelbaren Zuständigkeitsbereich von Städten und Gemeinden fallen wie zum Beispiel Sprachkurse oder Gratis-Kindergarten.

"Aus diesem Grund begrüßen wir auch die Weiterführung der sprachlichen Frühförderung im Jahr 2012, dennoch sollte die Finanzierung, nicht vollends aus dem Integrationsbereich geschöpft werden. Solche Maßnahmen sind im Sinne der Diversität langfristig als Regelwerk im Bildungsministerium zu verankern", sagte Sandra Frauenberger, Wiener Stadträtin für Integration und Stellvertreterin des Fachausschusses für Integration.

Integration betrifft alle

Das Thema Integration ist nicht nur vom guten Willen des Einzelnen abhängig, sondern gebunden an gesamtgesellschaftliche Bedingungen. Die Verantwortung liegt hier eindeutig beim Bund, weil dort auch die wesentlichen Kompetenzen zur Gestaltung des Umfanges mit Zuwanderung liegen.

"Wir sehen, dass auf Bundesebene oft Geld zur Verfügung gestellt und dann für bestehende Projekte verwendet wird, anstatt neue Konzepte und Impulse zu fördern", kritisierte Matthias Stadler.

"Wir haben auf Bundesebene begonnen, nachhaltige Integrationskonzepte zu verwirklichen und unter anderem den Maßnahmenkatalog 'Integration durch Leistung' erstellt, der 20 Expertenvorschläge zum besseren Zusammenleben von Zugewanderten und der Mehrheitsbevölkerung enthält. Auch der Migrantenindex wird 2012 verwirklicht - ein spezielles Angebot des Arbeitsmarktservice für Menschen mit Migrationshintergrund. So können Migrantinnen und Migranten gezielter betreut werden", so Kurz.

Die Wiener Integrationsstadträtin unterstrich, dass Wien im Integrationsbereich eine ganze Reihe von Best-Practice Modellen anzubieten hat. Frauenberger nannte in diesem Zusammenhang insbesondere "StartWien", das Wiener Programm zur Niederlassungs- und Integrationsbegleitung, an dem 90 Prozent aller NeuzuwanderInnen teilnehmen. Wien bietet damit allen NeuzuwanderInnen ein umfassendes Programm um rasch hier Fuß zu fassen. Das reicht vom Spracherwerb bis hin zu entsprechender Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Generell bezeichnete die Integrationsstadträtin Sprache und Bildung als den Schlüssel für erfolgreiche Integrationsbiografien.

"Deswegen bieten wir in Wien nicht nur kostengünstige und leicht zugängliche Sprachkurse an, sondern wir fördern mit einer Reihe von Projekten und Maßnahmen auch ganz gezielt den sozialen Aufstieg durch gleiche Chancen beim Zugang zu Bildung und Arbeit", betonte Frauenberger. "Die österreichischen Städte nehmen diese Herausforderung jedenfalls gemeinsam an und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben". Abschließend wies Frauenberger darauf hin, dass es in der gesamten öffentlichen Debatte generell wichtig sei, das Potenzial von Vielfalt als Chance zu erkennen und Integration nicht immer aus der Problemperspektive zu diskutieren.

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