Handelsverband fordert raschen Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen

Mumelter: Gewerkschaft sägt am Ast, auf dem wir alle sitzen

Wien (OTS) - Nach der gestern Abend erfolgten Unterbrechung der Kollektivvertragsverhandlungen für den Handel kritisiert Dr. Stefan Mumelter, Generalsekretär des Österreichischen Handelsverbandes die Entscheidung, für heute Donnerstag keine weitere Verhandlungsrunde anzusetzen: "Der Handel braucht so schnell wie möglich klare Rahmenbedingungen. Da ist es wenig zielführend, wenn die Gewerkschaft Unterschriften sammeln geht, anstatt sich an den Verhandlungstisch zu setzen."

Ebenso kontraproduktiv sei vor dem Hintergrund einer globalen und vor allem europäischen Wirtschaftskrise, wenn man sich hinter dem Standpunkt verbarrikadiert, keinesfalls unter 4% abschließen zu wollen. Dabei stehe außer Diskussion, dass die Inflationsrate abgegolten werden soll. Alles darüber hinaus sollte man fair verhandeln. Man müsse sehen, dass der Handel sich nicht zuletzt dank seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in schweren Zeiten zwar wacker geschlagen habe, aber den Unternehmen gehe es sehr unterschiedlich. "Zudem eignet sich der hohe Metaller-Abschluss nur bedingt als Referenzwert, da dieser auf den Exporterfolgen der Industrie basiert und der Einzelhandel bekanntermaßen nicht exportiert", warnt Mumelter. "Mit überzogenen Forderungen sägt die Gewerkschaft am Ast, auf dem wir alle - Unternehmen und Beschäftigte - sitzen."

Enttäuschend sei auch der Umstand, dass die Gewerkschaft undifferenziert die gleiche Erhöhung für alle Beschäftigten im Handel fordert. "Wir müssen die niedrigeren und die Einstiegsgehälter stärker anheben. Das wirkt einerseits konjunkturpolitisch positiv und wäre ein wichtiger Schritt zu einer gerechteren Lebenseinkommenskurve", ist Mumelter überzeugt. Der Vorschlag der Gewerkschaft hingegen versteinere Strukturen zu Ungunsten der Jüngeren und der Lehrlinge im Handel.
Positiv sei, dass die Arbeitgeberseite die Anrechnung von Karenzzeiten auf die Berufsjahre und die frühere Auszahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld bereits von sich aus vorgeschlagen hat. Ein Grund mehr für die Gewerkschaft, die gereichte Hand anzunehmen und in einer sachlichen Diskussion und mit Fairness die Kollektivvertragsverhandlungen zu einem für alle Beteiligten positiven Abschluss zu bringen.

Der Handelsverband wurde vor neunzig Jahren gegründet und ist heute eine freiwillige Interessenvertretung von mehr als 150 großen Handelsbetrieben in Österreich. Er nimmt die Funktionen eines Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitgeberverbandes wahr. Darüber hinaus versteht sich der Verband als handelsorientiertes Dienstleistungszentrum und als branchenübergreifendes Wirtschaftsforum und als Plattform für den politischen, rechtlichen und technologischen Dialog und Informationstransfer. Mit Richtlinien, Kennzeichen und Gütesiegeln setzt der Handelsverband Standards und fördert das Qualitätsbewusstsein und Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten zum Handel.

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