Großmannssucht in Klagenfurt beenden

Die Wirtschaft hat die Faxen satt: Die Landeshauptstadt soll ihre unrealistischen Bauvorhaben einmotten und zu sparen beginnen, verlangt Kärntens WK-Präsident Pacher.

Klagenfurt (OTS) - Ein sofortiges Ende der politischen Großmannssucht in der budgetär ohnehin klammen Landeshauptstadt fordert heute Kärnten Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher. Schon das unsinnigste Fußballstadion Österreichs mit 32.000 Sitzplätzen für drei Europameisterschaftsspiele, garniert mit der unendlichen Leidensgeschichte des Steuerzahlers für allerlei implodierte Fußballvereine, sei ein Sündenfall gewesen, an die die Bürger noch Jahrzehnte zahlen würden, warnte Pacher: "Allein für die nunmehr beabsichtigte Fertigstellung des Stadions sind weitere 20 Millionen Euro des Steuerzahlers fällig. Wenn die Stadtpolitik in dieser Situation auch noch über neue Luxusbäder und Mega-Eishallen phantasiert, dann erfüllt das den Tatbestand der politischen Fahrlässigkeit."

Selbstverständlich brauche eine Landeshauptstadt ein Fußballstadion, ein Hallenbad und - als Heimstätte des österreichischen Rekordmeisters - eine adäquate Eishalle. Pacher:
"Aber eben kein Stadion für 32.000 Personen, keinen Wellnesstempel mit unabschätzbaren Folgekosten und keine Eishockeyarena mit 9000 Plätzen, die nur wenige Male im Jahr ausverkauft ist." Deshalb sei in erster Linie eine umfassende Sanierung oder auch ein Neubau des Hallenbades am jetzigen Standort zu überlegen, das für Familien mit Kleinkindern ebenso geeignet sei wie für den ambitionierten Kärntner Schwimmsport. Und der KAC sei nicht 29-facher österreichischer Eishockeymeister geworden wegen der größten Halle, sondern wegen der besten Spieler und ihrer begeisterten Fans. Pacher: "Also braucht der KAC eine vernünftige Eishalle, etwa durch eine umfassende Sanierung der bestehenden Anlage, mit zeitgemäßer Infrastruktur, Umkleidekabinen und sanitären Einrichtungen - keine Protzarena im US-XXL-Format, die dann wie ein Klotz am Bein des Vereins und der Steuerzahler hängt."

Denn jedes der beiden jetzt diskutierten Projekte würde etwa 35 bis 40 Millionen Euro kosten, also gemeinsam wiederum in der Größenordnung des heute nutzlosen EM-Stadions liegen. Solche politischen Denkmäler seien nichts anderes als die künftigen Belastungspakete für Bürger und Betriebe, die Wirtschaft am Standort Klagenfurt sei nicht mehr bereit, dem Faschingstreiben im Rathaus kommentarlos zuzusehen. Pacher: "Die Stadt Klagenfurt braucht keine neuen Luftschlösser, sondern einen konsequenten Sparkurs, um ihre öffentlichen Leistungen für die Bürger weiterhin zu erträglichen Kosten anbieten zu können. Ich fordere die Verantwortlichen auf, eine Entwöhnungskur von der Großmannssucht vergangener Tage zu machen und endlich ihren Beitrag zur Stabilisierung der öffentlichen Finanzen zu leisten!"

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