Kommentar zu Atom / Protest / Castor

Osnabrück (ots) - Nur ein Wunsch

Angesichts von 20 000 Polizisten hat der Protest von Hausfrauen, Bauern und Schulkindern keine Chance: Der CastorTransport wird auch in diesem Jahr sein Ziel erreichen, früher oder später. So wie schon in den Jahrzehnten zuvor. Die alljährlichen Demonstrationen im Wendland müssten deshalb eigentlich ein Symbol des Scheiterns sein.

Aber sie stehen für den Erfolg, sie stehen für den Sieg über die Atomindustrie. Dank dieser scheinbar so sinnlosen Proteste ist es gelungen, die Gefahr der Kernkraft über einen langen Zeitraum im öffentlichen Bewusstsein wachzuhalten. Das war die Voraussetzung für die schnelle Energiewende. Dass es den Demonstranten dennoch nie gelungen ist, mehr Sympathien zu gewinnen, liegt an dem kleinen Anteil gewaltbereiter Störer.

Wegen dieser Chaoten schaffen es die Kernkraftwerksbetreiber seit Jahrzehnten, sich als Hüter von Recht und Ordnung zu präsentieren. In diesem Jahr wird es nicht anders sein. 300 Randalierer werden mit ihrem Hass und ihrer Zerstörungswut dazu beitragen, dass gewaltfreier Protest in der nächsten Woche nur ein Wunsch bleiben wird.

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Neue Osnabrücker Zeitung
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