Hyperaktive Grenzübertretung (von Claudia Grabner)

Ausgabe 17. Nov. 2011

Klagenfurt (OTS) - Meischberger, Grasser, Gorbach, Strasser, Scheuch, Svetits ... Ein würgendes Netz an Verdachtsmomenten, erstinstanzliche Verurteilungen und U-Haft-Anträge sprechen eine erdrückende Sprache - und doch gilt für sie alle die Unschuldsvermutung. Deshalb die Unschuldsvermutung, weil Schuld erst jenseits der moralischen Grenze beginnt. Diesseits der Grenze geben ihnen mangelnder Anstand, Gesinnungslosigkeit und fehlendes (Un)Rechtsbewusstsein einen Freifahrtschein - für Taten und Erklärungen. Etwa, wenn der Anwalt des neuen Austria-Klagenfurt-Präsidenten Peter Svetits die (vermeintlichen) Bestechungsgelder an eine Angestellte als "Fall seiner hyperaktiven Gutmütigkeit" erklärt. Das ist Ausdruck einer Mentalität, die erbärmlich ist. Und die sich quer durch das Volk frisst - wie man ebenso im Fall besagter Austria sieht: Die Führungsetage würde einen Svetits trotz allem mit offenen Armen empfangen. Warum? Weil die Anschuldigungen gegen ihn "eh nur Bagatellen sind". Anmerkung: Wir reden hier vom Verdacht auf Schwarzgeld, Steuerbetrug, Bestechung. Doch offenbar ist das jenen Menschen, die weder moralische noch sonstige Grenzen verstehen, wurscht, solange nur das Geld fließt ...

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