Neues Volksblatt: "Langer Weg" von Markus EBERT

Ausgabe vom 17. November 2011

Linz (OTS) - Laut Staatsschuldenbericht saß Österreich im Jahr 2010 auf einem Schuldenberg von 205 Milliarden Euro. Weil sich das jeder Vorstellungskraft entzieht, muss man die Summe herunterrechnen. Und dann kommt man drauf, dass jeder Österreicher, vom gerade geborenen Säugling bis zum Greis, mit mehr als 24.000 Euro in der Kreide steht. Nimmt man nur die Erwerbstätigen als potenzielle Schuldner, dann ist man schon auf 50.000 Euro pro Person - eine Summe, für die man schon zwei gut ausgestattete Mittelklasseautos bekommt. Klingt das immer noch nicht dramatisch genug? Gut: Im Jahr 2010 musste laut Bundesrechnungsabschluss bereits der Zinsendienst für die Staatsschulden (7,3 Milliarden Euro) durch das Aufnehmen neuer Schulden bedient werden - Loch auf, Loch zu nennt man das. Jetzt ist dieses Leben auf Pump nicht mehr länger finanzierbar; zumindest nicht, wenn man kein griechisches Schicksal erleiden will. Der Not gehorchend wächst bei der Regierung der Mut zur Wahrheit, was jetzt noch ein bisschen leichter fällt, weil der nächste Wahltag zwei Jahre entfernt ist. Doch man darf sich keiner Illusion hingeben: Auf dem langen Weg hin zur Gesundung der Staatsfinanzen gibt es auch in Vorwahlzeiten kein Verschnaufen.

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