Unhaltbare Polemik der Wirtschaftskammer gegen den AK-Wertschöpfungsbarometer

Linz (OTS) - Mit unhaltbaren Behauptungen versucht die oberösterreichische Wirtschaftskammer das Ergebnis des Wertschöpfungsbarometers der Arbeiterkammer zu diskreditieren. "Offenbar gefällt der Wirtschaftskammer das Ergebnis nicht: Die großen und mittleren Unternehmen haben hervorragend an ihren Mitarbeitern verdient und die hohen Produktivitätssteigerungen nur zu einem geringen Teil an die Mitarbeiter/-innen weitergegeben. Für Lohnsteigerungen und Arbeitszeitverkürzung gibt es also viel Spielraum", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Anders als von der Wirtschaftskammer behauptet, hat die Arbeiterkammer die Berechnungsmethode ihres Wertschöpfungsbarometers detailliert offengelegt und somit jederzeit nachvollziehbar gemacht. Der Hinweis der Wirtschaftskammer, dass von der Wertschöpfung eines Unternehmens auch die Personalkosten und die Investitionen bestritten werden müssen, geht ins Leere. Die Wertschöpfung wird selbstverständlich richtig berechnet. Und der Wertschöpfungsbarometer dann aus der Differenz zwischen der Wertschöpfung und dem Personalaufwand pro Beschäftigter/pro Beschäftigtem ermittelt. In der Studie wird auch regelmäßig die Entwicklung und Zusammensetzung der Investitionen untersucht.

Der AK-Wertschöpfungsbarometer beruht auf der kontinuierlichen Auswertung aller verfügbaren veröffentlichten Jahresabschlüsse mittlerer und großer Kapitalgesellschaften in Österreich. Der Wertschöpfungsbarometer ist eine gesamtösterreichische Studie. Aktuell wurde diese Auswertung um die Daten der zur Zeit vorliegenden verwendbaren Jahresabschlüsse 2010 von 880 Unternehmen mit zusammen 467.166 Beschäftigten erweitert. Selbstverständlich, und darauf hat die AK auch immer hingewiesen, sind aus der Studie keine Rückschlüsse auf kleine Betriebe zulässig.

Für die untersuchten mittleren und großen Unternehmen sind die Ergebnisse aber gültig. Nach Abzug der Personalkosten sind diesen im Schnitt pro Mitarbeiter/pro Mitarbeiterin 40.335 Euro verblieben, der höchste je von der AK errechnete Wert.

Lieder falsch ist die Behauptung der Wirtschaftskammer, dass die Unternehmer das Geld gerade jetzt in den Betrieben lassen, da sonst nicht genug Eigenkapital vorhanden ist. Die Untersuchung zeigt hier deutlich, dass die Eigentümer/-innen der erfassten Unternehmen in allen untersuchten Jahren hohe Gewinnausschüttungen beschlossen haben, deren Auszahlung im Folgejahr eine massive Belastung für die Jahresergebnisse dargestellt hat. 2008 und 2009 - mitten in der Krise - waren die Auszahlungen der Vorjahresgewinne so hoch, dass sie sogar über den jeweiligen gesamten Jahresergebnissen der untersuchten Unternehmen lagen. Erst 2010 hat sich die Situation etwas entschärft. Dennoch wurden auch 2010 die gesamten erwirtschafteten Jahresergebnisse der untersuchten Unternehmen zu 82 Prozent durch die Vorjahresgewinn-Auszahlungen belastet.

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