Grünewald: Tilg versucht sich bei Universitäts-Kinderklinik aus Verantwortung zu stehlen

Versäumnisse liegen vor allem auf Seiten des Landes

Wien (OTS) - In einer ersten Reaktion auf die letzten tragischen Vorfälle an der Univ. Kinderklinik reagierte Landesrat Tilg mit einem Rundumschlag gegen die Medizinische Universität und den Universitätsrat. Machtspiele und die fehlende Umsetzung einer dem Anstaltsträger und dem Landesrat für Gesundheit genehmen Struktur ortete LR Tilg als die Ursachen tragischer Zwischenfälle. "Wenn nun die landeseigene Holding des Landeskrankenhauses / Universitätskliniken Innsbruck fünf Akutmaßnahmen präsentiert, die ausschließlich im Kompetenz- und Verantwortungsbereich der Krankenhausverwaltung TILAK liegen, zeigt sich klar, wo die wirkliche Verantwortung liegt" kritisiert Grünewald Landesrat Tilg heftig.

"Beschwerdemanagement und eine bessere Koordination zwischen Kliniken, eine zentrale Diensteinteilung und mehr Fachärzte für die Ambulanz der Kinderklinik sind zentrale Aufgaben der Verwaltung und nicht jene der Universität und des Uni Rates. Auch die unkritische Verwendung des Medikaments Propofol trotz eines bereits länger zurückliegenden an Deutlichkeit nicht zu überbietenden Gutachtens liegt nicht im Kompetenzbereich der Universität sondern aufgrund des föderalen Gesundheitssystems beim Land", hält Grünewald fest.

Der Gesetzgeber hat sich vor Jahren vom Konzept der nicht nach Fachgebieten gegliederten Universitätskliniken verabschiedet. In Innsbruck waren fünf universitäre Einheiten geplant, die immer wieder vom Land und ihrer TILAK bekämpft wurden.

Berufungen hervorragender Personen zur Leitung des Departements Kinder- und Jugendheilkunde und seiner Spezialkliniken (früher klinische Abteilungen) wurden verschleppt und jahrelange Provisorien wurden zum Schaden der Klinik hingenommen. Frustriert sagen die bestgereihten Bewerber und Bewerberinnen um Leitungsposten ab. Ihre Wünsche nach universitären Arbeits- und Forschungsbedingungen wie auch nach einer dem Stand des medizinischen Fortschrittes entsprechenden Patientenversorgung wurden von der TILAK meist ignoriert oder massiv zurechtgestutzt" empört sich Grünewald.

"Dass hier von Seiten der Verantwortlichen an der Universität zu wenig entgegengehalten wurde, ist ein weiteres Problem in der notwendigen Kooperation Bund (Uni) und Land (Krankenhaus). Wenn Tilg der Universität droht, die Kinderklinik aus dem Strukturkonzept komplett herauszunehmen, falls die Universität den Vorstellungen des Landes und seiner TILAK nicht folgt, zeigt welchen Wert die Medizinische Universität für das Land besitzt. Tilg hat ja bereits öfentlich nachgedacht, das Zentrum der Spitzenversorgung mit seinen Universitätskliniken zu einem Schwerpunktkrankenhaus herabzustufen. Es wäre höchst an der Zeit, dass sich dazu Bundesminister Töchterle einmal äußert" schließt Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0003