Seeber: Europa kann nicht allein die Last der CO2- Reduzierung tragen (Audio)

EU-Parlament beschließt Position für die UN- Klimaverhandlungen in Durban

Straßburg, 16. November 2011 (OTS) "Es kann nicht
sein, dass die Hauptlast der CO2-Reduzierung nur von
Europa getragen wird und alle anderen sich zurücklehnen",
stellt Umweltsprecher der Europäischen Volkspartei im EU-
Parlament Richard Seeber klar. Das EU-Parlament hat heute
seine Position zu den UN-Klimaverhandlungen in Durban
beschlossen. Die Abgeordneten fordern den Abschluss eines umfassenden und rechtsverbindlichen internationalen
Übereinkommens für die Zeit nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012, mit dem Ziel, die Erderwärmung nicht
über zwei Grad des vorindustriellen Niveaus steigen zu
lassen. "Das erfordert Anstrengungen und darum hat Europa
auch seine historische Verantwortung in diesem Bereich
übernommen", so Seeber. ****

Trotzdem hätten die CO2-Einsparungen in Europa
weltweit einen nur sehr geringen Effekt, erinnert Seeber:
"Insgesamt nur rund 12 bis 13 Prozent der CO2-Emmissionen
stammen aus Europa. Selbst wenn die EU die Emissionen auf
Null reduzieren würde, bleibt immer noch der Rest von
knapp 90% der weltweiten Emissionen übrig. Der Atmosphäre
ist es egal, ob in Russland, Europa, den USA oder in
China emittiert wird. Die Auswirkungen sind die
gleichen."

Die Aussichten auf ein neues UN-Klima-Abkommen sind
derzeit schlecht, weil die großen CO2-Emittenten China,
die USA, Japan und Russland bereits angekündigt haben,
einer verbindlichen Vereinbarung nicht zuzustimmen. "Die
EU ist bereit Vorleistungen zu erbringen. Wenn die
größten CO2-Verursacher aber nicht dabei sind, dann bin
ich nicht dafür, dass die EU eine Vorreiterrolle
übernimmt und sich einseitig bindet, weil das die Gefahr
birgt, dass der Wirtschaftsstandort Europa zusehends
unattraktiv wird und Großindustrien abwandern", so
Seeber. Dies hätte nicht nur weitreichende negative
wirtschaftliche Auswirkungen, sondern sei letztendlich
für das Klima noch schädlicher. "Unsere Wirtschaft ist
sehr CO2-effizient. Das bedeutet, es ist besser den CO2-
Ausstoß in Europa zu halten und möglichst effizient zu
produzieren als Arbeitsplätze und Wirtschaft wegzutreiben
in Länder, in denen geringere Standards gelten und
dadurch auch das Klima wesentlich stärker belastet wird",
betont Seeber abschließend.

O-Ton Richard Seeber in Radioqualität auf Soundcloud zum
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