Nachhaltigkeit braucht das Top-Management

Wien (OTS) - An die 130 Manager und Führungskräfte kamen am 11.11.2011 auf Einladung des Hernstein Instituts für Management und Leadership ins Tagungszentrum Schönbrunn und diskutierten über das Management Prinzip Nachhaltigkeit. Einig war man sich, dass man neben vernetzten Strukturen vor allem das Commitment des Top-Managements dazu braucht.

Nachhaltigkeit im Kerngeschäft

Dass Nachhaltigkeit in Unternehmen mehr ist, als das ein oder andere sozial- bzw. umweltorientierte Projekt umzusetzen und damit am Image zu arbeiten, erläuterte gleich zu Beginn der internationale CSR-Experte Dr. René Schmidpeter. Für ihn bedeutet Nachhaltigkeit in Unternehmen Verantwortung für alle drei Dimensionen - der ökonomischen, der ökologischen und der sozialen - zu übernehmen. Für Unternehmen heißt das konkret, sich den Prozessen zu stellen und Verantwortung im Detail zu diskutieren.

Was heißt ökonomische Verantwortung in Bezug auf Investor Relations, Ressourceneffizienz und Lieferantenbeziehung? Welche Verantwortung übernimmt das jeweilige Unternehmen in Bezug auf Energieverbrauch, Klimaschutz, Abfallmanagement, etc.? Und inwieweit übernehmen Unternehmen Verantwortung für Themen wie Arbeitsplätze, Aus-/Fortbildung, Diversity?

"CSR bzw. Nachhaltigkeit ist bereits in der zweiten Generation angelangt. Unternehmen nehmen verstärkt den Dialog mit der Gesellschaft auf und haben Nachhaltigkeit bereits in ihre Zulieferkette, Produkte und das Management integriert", erläuterte René Schmidpeter bei seinem Vortrag.

Voraussetzung für das Gelingen

Auch wenn das Thema "Nachhaltigkeit" bereits in den Unternehmen angekommen ist, (81% der Großunternehmen in Deutschland, der Schweiz und Österreich beschäftigen sich laut Hernstein Management Report bereits mit dem Thema), braucht es doch gewisse Voraussetzungen, damit Nachhaltigkeit in Unternehmen gelingt.

"Das Thema muss an höchster Stelle verankert sein", fasste Hernstein Institutsleiterin Katharina Lichtmannegger zusammen. "Ohne das Bekenntnis des Top-Managements und das "Brennen" für das Thema "Nachhaltigkeit" wird sich kein Unternehmen wirklich nachhaltig ausrichten können. Denn neben allen Konzepten und Instrumenten, braucht es vor allem Vorbilder, die den Mitarbeitern nachhaltiges Handeln vorleben", so die Hernstein Leiterin weiter. In den Praxisworkshops mit den anwesenden Unternehmern Reinhard Backhausen (Backhausen interior textiles GmbH), Thomas Bene (Bene AG), Kirsten Hirschmann (Hirschmann Laborgeräte), Ralf Zastrau (Nanogate), Georg Erlacher (Österreichische Bundesforste AG), Herbert Ortner (Palfinger AG) und Johannes Gutmann (Sonnentor) konnte man sich davon überzeugen.

Ralf Zastrau von Nanogate maß dem Thema "Vertrauen" eine zentrale Bedeutung bei. "Grundsätzlich geht es jedem nachhaltig ausgerichteten Unternehmen immer darum Vertrauen zu generieren, denn Vertrauen bildet die Grundlage jedes Geschäfts. Vertrauen bedingt ein langfristiges und vor allem glaubwürdiges Engagement, wie es besonders die mittelständischen Unternehmen regelmäßig erbringen", so der Vorstandsvorsitzende der Nanogate AG.

Aber auch die "Messbarkeit" von Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Kriterium. "Was ich nicht messe und bewerte, bekommt nicht die gleiche Aufmerksamkeit. Qualitative Parameter müssen dabei ebenso herangezogen werden wie quantitative. Dabei müssen die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit wirklich heruntergebrochen werden und nicht zuletzt Teil der Zielvereinbarungen für Führungskräfte werden", erklärte Katharina Lichtmannegger.

Professionalisierung auf allen Ebenen

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Katharina Lichtmannegger, dem Vorstandsvorsitzenden von Nanogate Ralf Zastrau, dem Bremer Universitätsprofessor Georg Müller-Christ, der deutschen Nachhaltigkeitsexpertin Monika Griefahn und dem Leiter für Nachhaltige Entwicklung im Lebensministerium Wolfram Tertschnig unter der Leitung von Karin Bauer war man sich einig, dass Nachhaltigkeit als Managementprinzip hohe Skills - vor allem Widerspruchskompetenz - erfordere und eine Professionalisierung auf allen Ebenen notwendig sei.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Daniela Kaser, MAS, PR & Marktforschung
Hernstein Institut für Management und Leadership
Tel.: 01/514 50-5633, daniela.kaser@hernstein.at

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