Cable Days 2011: Wer bietet Orientierung im Dschungel audio-visueller Inhalte?

Kabelnetzbetreiber, Content-Anbieter sowie Over-the-Top-Player ringen in dieser Frage um die Vormachtstellung

Wien (OTS/PWK799) - Im Zentrum einer Podiumsdiskussion zum
Thema "Multiscreen in conneted homes" standen die Fragen: 1.) Über welche Anbieter holen sich User künftig sowohl lineare ( = Live-) als auch nicht-lineare (= On Demand-) Inhalte auf den Schirm - beim Kabelnetzbetreiber, im Internet bei sog. Over-the-Top-Anbietern; Letztere verfügen ja zwar selbst über keine audio-visuellen Inhalte, bieten den Konsumenten aber Orientierung über die verfügbaren Angebote. Und 2.) Welche Strategien haben die Kabelnetzbetreiber den Over-the-Top-Playern entgegenzustellen, um nicht zur reinen "Bit Pipe" zu verkommen?

Johannes G. Eckert hob die Bedeutung einer gut funktionierenden als auch ansprechenden Suchfunktion für Content-Anbieter hervor:
Selbst großen Playern wie dem amerikanischen Kabelnetzbetreiber Cox Communications, bei dem Eckert die Position des Vice President inne hat, gelinge es trotz vehementer Bemühungen bislang nicht, die Over-the-Top-Anbieter von (Bewegtbild-)Content wie etwa Netflix oder Amazon Crime in deren Spitzenposition in Sachen Contentsuche ernsthaft zu konkurrenzieren.

Eine Frage, die sämtliche Podiumsdiskutanten als entscheidend werteten, ist die Integration sozialer Netzwerke in die Angebote der Kabelnetzbetreiber bzw. die Kooperation von Kabelnetzbetreibern mit sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook . Dass sind die Orte, wo Inhalte etwa durch "Liken" als interessant und sehens- bzw. hörenswert beurteilt werden.

Dazu gesellte sich weiters die Frage, die in der Vergangenheit für Konsumenten nur wenig zufriedenstellend beantwortet wurde, nämlich:
Wie attraktiv können und müssen Endgeräte sein, damit sie die Angebote der Netzbetreiber den Usern möglichst leicht und unkompliziert zugänglich machen? Detto müssen Suchfunktion und Programmguide der Set-Top-Boxen intuitiv bedienbar sein bzw. gemacht werden und diese müssen auch schnell relevante Suchergebnisse bringen, so Hans-Peter Kohlhammer, Aufsichtsratsvorsitzender der "Kabel München Services".

Auch in Zukunft werde lineares Fernsehen weiter genutzt werden, zeigte sich Martina Rutenbeck, CEO von Eutelsat visAvision, überzeugt.Parallel dazu werden aber vermehrt auch nicht-lineare Inhalte konsumiert.

Als Herausforderung, ja sogar Gefahr orteten sowohl Eckert als auch UPC Austria-Boss Thomas Hintze die Gefahr der "Abwanderung" der Kabler-Kunden aus den Portalen der Netzbetreiber durch die Angebote der Over-the-Top-Anbieter: Am Ende des Tages drohe die Gefahr, dass die Angebote der Netzbetreiber marginalisiert werden und ausschließlich die Screen-Funktionalität von TV-Geräten übrig bleibt.

Als Vertreter eines Content-Produzenten und -Anbieters nahm Andreas Gall (Red Bull Media House) ebenfalls für sich in Anspruch, sowohl mit der Marke Red Bull als auch mit ServusTV als anspruchsvollem TV-Angebot den Konsumenten mit dem, wofür diese Brands stehen, Orientierung in der medialen Angebotspalette zu bieten. Und auch Gall betonte die Notwendigkeit, den TV-Konsumenten auch Hardware-seitig einfach handzuhabende und ansprechende Devices an die Hand zu geben. Aus diesem Grund hat Red Bull eine eigene Set-Top-Box entwickelt, die zur Zeit gerade getestet wird. (JR/AN)

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