Kommentar zu Parteien / Bundestag / Linke

Osnabrück (ots) - Holpriger Start

Wie geschlossen ist die Linkspartei? Auch nach den Wahlen der Fraktionsspitze für die nächsten zwei Jahre werden die Personaldebatten munter weitergehen. Gregor Gysis Ergebnis hat sich verschlechtert, und der auch innerparteilich umstrittenen radikalen Flügelfrau Sahra Wagenknecht gelang ein nur mäßig erfolgreicher Start.

Im Fernsehen zeigen sich Gysi wie Wagenknecht immer wieder als glänzende, schlagfertige Redner. Wegen ihres hohen Unterhaltungswerts sind beide gefragte Gesprächspartner. In Talkshows können sie zur Finanzkrise antikapitalistische Extrempositionen wie die Verstaatlichung der Banken äußern. Die auffallende Medienpräsenz und -prominenz steht jedoch in einem merkwürdigen Kontrast zur tatsächlichen Bedeutung für die Bundespolitik. In der Wählergunst ist die Linkspartei seit der Bundestagswahl abgerutscht, von 11,9 Prozent im Herbst 2009 auf jetzt 8 Prozent in den Umfragen. Damit ist sie zwar längst nicht so tief gesunken wie die nach wie vor taumelnde FDP. Aber interne Machtkämpfe haben der Linken nicht gerade Sympathiewerte gebracht.

Im Parlament fällt die Partei in erster Linie dadurch auf, gegen die Beschlüsse und Anträge der anderen zu sein. Und diese zweifeln nach wie vor an der Regierungsfähigkeit der Linken im Bund. Die Wahl Wagenknechts zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden dürften diese Zweifel eher bestärken als beseitigen.

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Neue Osnabrücker Zeitung
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