Reformstau darf keine Option mehr sein (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 9. Nov. 2011

Klagenfurt (OTS) - Jeder ist schon ganz erleichtert, wenn der oberste Beamtengewerkschafter Samthandschuhe anlegt statt zum Holzhammer zu greifen. Wenn er konziliant die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens dazu einlädt, ihre Vorstellungen auf dem GÖD-Kongress zu präsentieren. Diese Signale ändern aber nichts daran, dass sich mit Fritz Neugebauer jemand für weitere fünf Jahre in einer Schlüsselposition einzementiert, der kein Reformer ist. Die Zeit, in Bildungs-Ideen zu schwelgen und vielleicht dem einen oder anderen Vorschlag zu applaudieren, hat Österreich nicht. Das Land braucht eine rasche, totale Umgestaltung des Bildungssystems. Der Schlüssel dazu sind Lehrer, die nicht nur in der Gegenwart, sondern schon in der Zukunft angekommen sind. Pädagogen, die ihren Beruf und ihre Methodik ständig neu erfinden, um Kinder dort abzuholen, wo sie sich aktuell befinden. In einer veränderten Medienrealität mit oftmals kleineren Aufmerksamkeitsfenstern. Wenn über 20 Prozent der Schüler trotz Schule nicht sinnerfassend lesen können, heißt es jetzt handeln, nicht in fünf Jahren.

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