Frauenberger zu Gesetz gegen Zwangsehe im Ausland

"langjährige Wiener Forderung wird endlich erfüllt"

Wien (OTS) - Die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger begrüßte heute Dienstag das neue Gesetz gegen die Zwangsehe im Ausland. Frauenberger: "Wien setzt sich seit vielen Jahren mit diesem Gewaltthema intensiv auseinander und hat bereits 2008 ein Maßnahmenpaket zum Schutz von bedrohten und betroffenen Mädchen sowie Frauen geschnürt. Wien hat in diesem Zusammenhang aber auch immer entsprechende bundesgesetzliche Bestimmungen eingefordert, um die Mädchen und Frauen besser schützen zu können. Mit der neuen gesetzlichen Initiative hat der Bund endlich eine langjährige Wiener Forderung erfüllt. Denn bisher gab es keine gesetzliche Handhabe um etwa zu verhindern, dass Mädchen nach Schulschluss ins Ausland gebracht werden, um dort verheiratet zu werden."

Wiener Maßnahmenpaket gegen Zwangsverheiratung seit 2008

Neben entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Frauen und Mädchen ist kontinuierliche Sensibilisierungsarbeit ein ganz wesentlicher Beitrag, um Zwangsverheiratung zu verhindern bzw. Bedrohungsszenarien rechtzeitig erkennen zu können. Das bereits vor 3 Jahren geschnürte Wiener Maßnahmenpaket setzt insbesondere hier an. So beinhaltet es unter anderem Handlungsleitfäden für alle mit der Thematik konfrontierten Dienststellen der Stadt Wien. Die Leitfäden dienen dazu, im Akutfall den Umgang mit den von Zwangsheirat Bedrohten oder Betroffenen zu erleichtern und die individuelle Unterstützung professionell zu managen. So wird unter anderem dort, wo sich von Zwangsheirat bedrohte oder betroffene Mädchen und junge Frauen hinwenden, sofort das Alter, die Lebens-, Familien- und Soziale Situation erhoben und es wird zum Bespiel auch geklärt, ob es eine akute Gefahrensituation gibt und z. B. eine sofortige anonyme Unterbringung notwendig ist. Die Stelle, wo sich der/die Bedrohte/Betroffene hinwendet, ist quasi das Relais, über das dann rasch und unbürokratisch alle weiteren Hebel in Bewegung gesetzt werden. Darüber hinaus liegt unter anderem in Jugendzentren, an Schulen, in Spitälern, in NGOs sowie in den Magistratischen Bezirksämtern der Informations- und Servicefolder "Heiraten ohne Zwang" - auf, der eine möglichst breite Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren soll.

Frauenberger abschließend: "In Wien sichern wir jedenfalls mit einem vernetzten Informations- und Kommunikationssystem, dass überall dort, wohin sich von Zwangsheirat Bedrohte oder Betroffene um Hilfe hinwenden oder andocken, sie eine rasche sowie optimale Betreuung und Begleitung erhalten. Dass wir mit den neuen, verschärften gesetzlichen Bestimmungen jetzt eine wichtige Rückenstärkung zum besseren Schutz für die Frauen und Mädchen bekommen haben ist umso erfreulicher." (Schluss) phg

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