Appell des Bildungsvolksbegehrens an den GÖD-Kongress: Aus der Bildungssteinzeit in die Zukunft

Krassnitzer, Ruzowitzky, Walser, SchülerInnen und der Neandertaler empfingen die LehrergewerkschafterInnen vor dem Austria Center

Wien (OTS) - Mit Ansprachen, Trommlern, Transparenten und Informationsmaterial erwarteten heute früh UnterstützerInnen des Bildungsvolksbegehrens die eintreffenden Gewerkschafts-FunktionärInnen vor dem Wiener Austria Center, um die Dringlichkeit von Reformen zu unterstreichen. Auf einem Transparent stand zu lesen: "Aus der Bildungssteinzeit in die Zukunft". Auch der Schauspieler Harald Krassnitzer sowie der Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky waren mit dabei und riefen zur Unterschrift des Bildungsvolksbegehrens auf. Der Lehrer Daniel Landau erinnerte an die 50.000 Kinder, die in den letzten fünf Jahren - seit dem letzten GÖD-Kongress - ohne Abschluss aus dem Bildungssystem ausgeschieden sind und pochte auf rasche und umfassende Reformen.

Johanna Zauner von der Katholischen Jugend Österreich und Vorsitzende der Bundesjugendvertretung unterstreicht: "Wir kommen aus unterschiedlichen Organisationen und Hintergründen, doch sind wir aus den gleichen Beweggründen heute hier: Wir setzen uns für eine schon längst fällige flächendeckende Bildungsreform in Österreich ein. Es braucht endlich Veränderung in unserem Bildungssystem, denn Fakt ist, dass wir Kinder und Jugendliche in Österreich in ein sozial ungerechtes Bildungssystem hineingestoßen werden!"

In ihrer aktuellen Bildungskampagne der Bundesjugendvertretung "Wir lassen uns nicht abstempeln" weist des Bild eines Storches, der die Kinder in unterschiedliche Familien setzt, auf den Misstand der 'Bildungsvererbung' durch Österreichs selektives Schulsystem hin. Zauner: "Fakt ist, dass nur 5% der Kinder von PflichtschulabsolventInnen, aber 41% der Kinder aus akademischen Elternhäusern einen Uni-Abschluss erreichen! Jedes Kind ist gleich viel wert! Wir fordern eine gemeinsame Schule, die zumindest bis zum Pflichtschulabschluss gewährleistet, dass ALLE Kinder gleiche Chancen von unserem Bildungssystem bekommen."

Eleonora Kleibel, Vorsitzende der "Aktion kritischer Schüler/innen", betont in ihrer Rede: "Wir brauchen eine Schule, in die Schüler und Schülerinnen gerne gehen und die nicht von Leistungsdruck und Schubladisierung geprägt ist. In Österreich wird Bildung immer noch vererbt. Und: Demokratie muss erlernt und vor allem gelebt werden. Die Schule wäre ein idealer Rahmen dafür, jedoch gibt es im Bereich der Schüler- und Schülerinnenmitbestimmung große Demokratiedefizite. Wir müssen miteinbezogen werden, in Angelegenheiten die uns selbst betreffen. Partizipation und Demokratisierung muss im Klassenzimmer anfangen!"

Clemens Öllinger, Schüler und Vertreter Österreichs im Weltjugendparlament sagt: "Das derzeitige Bildungssystem schafft es nicht, den Jugendlichen Chancengleichheit anzubieten und sie mit dem fortschrittlichen Denken auszustatten, das sie in ihrem zukünftigen Leben brauchen werden. Deshalb liegt es in unserer Hand, die Reise selbst zu bestimmen. Es geht für mich nicht um das Erreichen von speziellen Rängen bei internationalen Vergleichen. Vielmehr sollten alle, die am Bildungssystem beteiligt sind, die faire Chance bekommen, sich frei zu entfalten und in ihren Stärken und Schwächen zu wachsen. Die Bildung als zukunftsbestimmender Faktor ist etwas, das uns alle angeht. Das Bildungsvolksbegehren ist daher für mich eine aussagekräftige Möglichkeit, um den gesellschaftlichen Diskurs zu diesem Thema wieder zu entfachen."

Die Kundgebung am "Bruno Kreisky-Platz" war polizeilich genehmigt. Trotzdem wollte der Vertreter des Grundstückseigentümers, das Austria Center, die Kundgebung vor dem GÖD-Kongress verhindern. Als Kompromiss "durften" die SchülerInnen und andere UnterstützerInnen des Volksbegehrens dann schließlich ohne Tonanlage sprechen und mussten teilweise auf einen Zugangsweg ausweichen. Eine Kundgebungsteilnehmerin dazu: "Da dreht sich der Bruno Kreisky ja im Grab um".

Die Reden von Harald Krassnitzer, Harald Walser, Daniel Landau, Raphaela Kellner und den Jugendlichen am "Bruno Kreisky-Platz" wurden von einem interessierten Publikum verfolgt. Eleonora Kleibl, Clemens Öllinger und Johanna Zauner versuchten gegen 10:30 Uhr ihre Reden auch auf der Bühne des GÖD-Kongresses zu halten, wurden allerdings vor dem Bühneneingang aufgehalten. Zur Zeit finden Verhandlungen statt, ob sie zu einem späteren Zeitpunkt heute Nachmittag zu den Delegierten sprechen können.

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