Premiere an der Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder in Wien

Fünf gehörlose Frauen absolvieren an der Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder eine einjährige Ausbildung zur Pflegehelferin

Wien (OTS) - Seit Anfang Oktober 2011 besuchen fünf gehörlose Frauen die Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder in der Wiener Leopoldstadt und absolvieren die einjährige Ausbildung zur Pflegehelferin. Die Ausbildung findet in enger Zusammenarbeit mit equalizent (Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und Diversity Management), dem WITAF (seit 1865 im Dienste der Gehörlosen) und dem AMS statt. Ideengeber, Braintrust und Financier gleichermaßen ist das Bundessozialamt.

Integrative Ausbildung

Im Laufe der kommenden zwölf Monate absolvieren die gehörlosen Lehrgangsteilnehmerinnen 1.600 Stunden in Theorie und Praxis an der Pflegeakademie und dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien -alles unter pflegefachlicher Anleitung sowie in Begleitung von Gebärdensprachdolmetscher/-innen. Zusätzlich dazu wird der theoretische Unterricht auch auf Video aufgezeichnet und auf die Lernplattform www.equalizent-vol.info gestellt. Hier steht den Teilnehmerinnen bereits ein medizinisches Fachlexikon in Gebärdensprache zur Verfügung, das laufend erweitert wird.
Wichtig dabei: die Ausbildung wird integrativ durchgeführt d.h. 5 gehörlose Frauen und 12 hörende Auszubildende drücken gemeinsam die Schulbank.

"Der Unterrichtsstoff wird für die gehörlosen Lehrgangsteilnehmerinnen zu 100 Prozent in Gebärdensprache übersetzt, wodurch eine qualitativ sehr gute Ausbildung geboten wird. Die Unterrichts- und Praxiseinheiten werden dabei laufend von Gebärdensprachdolmetscher/-innen begleitet, die die lautsprachlichen Informationen in die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), und auch umgekehrt die Gebärdensprache in Lautsprache, übersetzen," erläutert Mag. Barbara Zinka, Direktorin der Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder.

Gemeinsam Zeichen setzen

Die Ausbildung wird durch die Zusammenarbeit von equalizent (Qualifikationszentrum für Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Schwerhörigkeit und Diversity Management), dem WITAF (seit 1865 im Dienste der Gehörlosen), dem AMS und dem Bundessozialamt ermöglicht. Mitarbeiter/-innen von equalizent und WITAF begleiten die Gehörlosen und das Lehrerteam während der Ausbildung. Das Bundessozialamt unterstützt das Projekt mit Expertisen und übernimmt zur Gänze die Kosten für die Gebärdensprachdolmetscher/-innen.

Hofrätin Dr.in Andrea Schmon, Landesstellenleiterin des Bundessozialamtes Wien bekräftigt: "Mit der Ausbildung für die fünf gehörlosen Frauen zur Pflegehelferin ist ein Vorzeigeprojekt entstanden, dem hoffentlich weitere folgen mögen. Mit entsprechenden Rahmenbedingungen gelingt es gehörlosen Menschen heute leichter, eine Höherqualifizierung zu erreichen und für Hörbehinderte nicht traditionelle Berufe zu ergreifen. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war die Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache als eigene Sprache und der vermehrte Einsatz von Gebärdensprachdolmetscher/-innen in der Ausbildung. Wir freuen uns, dass bereits heute, kurz nach Ausbildungsbeginn, fast alle Teilnehmerinnen schriftliche Einstellungszusagen in Pflegeinrichtungen vorweisen können."

Die Langfassung der Presseaussendung finden Sie unter www.bbwien.at

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