Religionsvertreter: Kooperation mit Staat dient dem Gemeinwohl

Generalsekretär der Bischofskonferenz, Schipka, formuliert bei Tagung vor muslimischen Religionspädagogen katholische Grundsätze zum Verhältnis Kirche-Staat

Wien, 04.11.11 (KAP) Vertreter der Muslime in Österreich und der christlichen Kirchen bekennen sich zum in Österreich vorherrschenden Kooperationsmodell zwischen Religionsgemeinschaften und staatlichen Instanzen. Das wurde bei einer Fachtagung der "IRPA" deutlich, einer muslimischen Einrichtung zur Ausbildung von Pflichtschullehrern in Wien-Liesing, die am Donnerstag und Freitag das Thema "Religionsunterricht und säkularer Staat" in den Mittelpunkt stellte.

Staat und Kirche sind zwar beide autonome gesellschaftliche Systeme, "aber weil beide demselben Menschen dienen, ist es besser, wenn beide zusammenwirken": An diesen schon beim Zweiten Vatikanischen Konzil formulierten Grundsatz im Verhältnis von Kirche und Staat erinnerte der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz, Peter Schipka, bei einer Podiumsdiskussion vor einem vor allem von angehenden muslimischen Religionspädagoginnen und -pädagogen gebildeten Publikum.

Nach dem Selbstverständnis der katholischen Kirche soll sich ihr gesellschaftspolitisches Engagement so gestalten, dass Gerechtigkeit und Liebe sich in einem Staat bestmöglich entfalten, erklärte Schipka. Dabei gehe es der Kirche nicht um Sichern der eigenen Privilegien, sondern um das Gemeinwohl.

Das Verhältnis zu den politischen Parteien sei nicht von "Äquidistanz" geprägt, so Schipka. Denn nicht die Kirche bestimme die Nähe zu den Parteien, sondern diese tun dies, insofern sie dem Gemeinwohl dienen. Konkret sei auf die "drei P" zu achten - nämlich auf das Programm einer Partei, auf ihre Praxis und die sie repräsentierenden Personen. Schipka weiter: "Es lässt sich nicht mehr eindeutig sagen - und schon gar nicht auf Dauer festschreiben -, welche politische Gruppierung der Kirche näher steht als eine andere. Schon gar nicht lässt sich's am Namen festmachen."

Als grundlegenden rechtlichen Rahmen, in dem sich das Verhältnis Kirche-Staat gestaltet, nannte der Generalsekretär einerseits das Konkordat als völkerrechtlichen Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Österreich und - "für manche vielleicht überraschend" - das Protestantengesetz von 1961.

Auch die anderen Teilnehmer an dem vom katholischen Publizisten Otto Friedrich ("Die Furche") moderierten Podiumsgespräch bekannten sich zum in Österreich vorherrschenden Kooperationsmodell zwischen Religionsgemeinschaften und staatlichen Instanzen.

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