Stellungnahme von Dr. Michael Zimpfer zum erstinstanzlichen Urteil betreffend seine Klage gegen die Medizinische Universität Wien

Wien (OTS) - Für Prof. Dr. Michael Zimpfer, der gegen seine Abberufung als Leiter der größten Abteilung im Wiener AKH gegen die Medizinische Universität Wien Klage beim Arbeits- und Sozialgericht eingebracht hat, ist das aktuelle erstinstanzliche Urteil keine Überraschung.

"Es war von Anfang an klar, dass diese Auseinandersetzung Jahre dauern wird", so der Mediziner, der Ende 2007 vom Rektor der Medizinischen Universität als Leiter der Anästhesie entlassen wurde. Die für die Absetzung herangezogene Begründung, die nun im erstinstanzlichen Urteil bestätigt wurde, entbehrt jeder Grundlage und wurde von Rektor Wolfgang Schütz offenbar vorgeschoben, um einen unangenehmen Kritiker mundtot zu machen. Der Beweis dieser Tatsachen sei "zwar langwierig, aber möglich" so Zimpfer, der der nächsten Runde in dieser Auseinandersetzung zuversichtlich entgegenblickt.

Der momentane Jubel des Rektors über den ersten Etappensieg täuscht jedenfalls nicht darüber hinweg, dass der eigentliche Skandal nicht den Namen "Zimpfer" sondern "AKH" oder sogar "Schütz" trägt. Den Darstellungen des MUW-Rektors, es wäre nach Zimpfers Abberufung gelungen, die dem international hoch angesehenen Mediziner angelasteten Probleme "einzudämmen", widersprechen jedenfalls die beinahe im Wochentakt erscheinenden Skandalberichte über gravierende Missstände, Misswirtschaft und Korruption an der Wiener Universitätsklinik und im AKH.

Ein Beispiel dafür, wie absurd einige der erhobenen Vorwürfe anmuten, sind auch die 19 offenen und zu besetzenden Dienstposten, die "trotz Auftrag des Rektors" von Zimpfer angeblich nicht besetzt wurden und Wolfgang Schütz - laut eigener Aussendung, zu dieser "klaren und harten Maßnahme", der Entlassung Zimpfers, veranlasst haben wollen. "Tatsächlich kämpfte ich jahrelang nachweislich um dringend notwendige Personalaufstockungen und finanzierte sogar teure betriebswirtschaftliche Studien zur Optimierung des Klinikbetriebes aus eigener Tasche."
Das Ergebnis war, dass der Rektor trotz Personalknappheit sogar noch Mitarbeiter aus Zimpfers Abteilung abgezogen hat und erst nach seiner Absetzung die geforderte massive Personalzuteilung durchführte, was auch im Verfahren bewiesen werden konnte. "Und ja, für mich stand die Patientenversorgung immer vor der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes, was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht zeitgleich mit aller Kraft um eben jene Ressourcen bemüht habe, die es uns ermöglicht hätten, diese Missstände zu bereinigen."

"Den einzigen Fehler, den ich nachträglich betrachtet begangen habe, ist, dass ich um des lieben Friedens Willen einer außergerichtlichen Einigung mit Frau DDr. Brigitte Engin-Deniz zustimmte. Schließlich hatte ich zum damaligen Zeitpunkt bereits zwei von insgesamt drei Verfahren, die sie gegen mich eingebracht hatte, klar und ohne jeden Zweifel gewonnen. Die von Rektor Wolfgang Schütz in seiner Aussendung erneut unterstellte Körperverletzung konnte bis heute gerichtlich nicht festgestellt werden; amtsärztliche Untersuchungsergebnisse belegen zudem, dass ich Frau Engin-Deniz bestimmt nicht geohrfeigt habe". Bemerkenswert ist aber, dass auch diese Affäre als Begründung für die Abberufung durchgegangen ist, obwohl sie durch Diversion bereinigt wurde und damit eigentlich keine Auswirkungen auf ein Dienstverhältnis haben dürfte.

Ebenso kurios ist in diesem Zusammenhang auch, dass die angeblich dem "Image der Universität schadende" Auseinandersetzung mit Frau Brigitte Engin-Deniz, "bis zum Tage meiner Abberufung öffentlich gar nicht bekannt war. Die Berichterstattung über diesen Vorfall begann exakt am Tag nach meiner Absetzung und wurde nachweislich weder von mir noch von Frau Engin-Deniz an die Medien kommuniziert".

Letztendlich geht es in der Auseinandersetzung um keinen der angeführten Absetzungsgründe, sondern darum, dass zwischen Dr. Michael Zimpfer und dem Rektor der Medizinischen Universität Wien, Wolfgang Schütz, gravierende Auffassungsunterschiede hinsichtlich des Managements und dessen Auswirkung auf den Klinikbetrieb bestanden und bestehen und Zimpfer, der auch ein Wirtschaftsstudium an der angesehenen Chicago-Business School absolvierte, in Hinblick auf die für ihn an erster Stelle stehende Patientensicherheit einige Entscheidungen nicht mehr mitverantworten konnte.

In einem Gewirr von Seilschaften, Korruption, systematischer Mittelverschwendung, Misswirtschaft und einem unglaublichen Organisationschaos mutet es geradezu grotesk an, dass der Rektor der Medizinischen Universität den erstinstanzlichen Etappensieg zur Ablenkung von eigenen Versäumnissen und vermutlich auch zur Abschreckung potentieller Kritiker heranziehen will.

"Ich habe meine Klinik ausgezeichnet geführt und bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe des Rektors zur Gänze. Meine Leistungen sind klar durch Zahlen zu belegen und auch wenn ich mich auf einen teuren Kampf gegen offenbar sehr mächtige Interessengruppen eingelassen habe, werde ich weiterhin entschlossen um mein Recht kämpfen und die Unrechtmäßigkeit meiner Abberufung beweisen. Dass nun eine Klagssumme von 20 Millionen Euro kolportiert wird, ist mir völlig unverständlich und eine wirklich groteske Verzerrung. Tatsache ist, dass wir mit einem Feststellungsbetrag von exakt Euro 965.176,16 ins Arbeitsgerichts-Verfahren gegangen sind."

"Sieht man sich den Verlauf dieses Konflikts an, ist es nicht nur bedauerlich sondern auch erschreckend zu sehen, mit welchen Methoden regelrechte Vernichtungskampagnen gegen Menschen geführt werden, weil sie ambitioniert und aus Überzeugung für Spitzenqualität und Fortschritt eintreten, was naturgemäß auch im öffentlichen Interesse liegen sollte. Es würde mich nicht wundern, wenn in Kürze erneut medienwirksame Schmutzkampagnen gegen mich gestartet würden. Offenbar möchte man dadurch eine sehr aussichtsreiche Berufung gegen das Urteil verhindern", so Zimpfer.

Anders könne er es sich nicht erklären, dass eine absurde Strafanzeige gegen ihn trotz vieler Bemühungen um Aufklärung jahrelang unbearbeitet blieb und ausgerechnet jetzt wieder in Bewegung kommt. "Ich werde mich jedenfalls sicher nicht zu Unrecht mit billigen Tricks kriminalisieren lassen, weil ich mich auch im Interesse Österreichs dafür eingesetzt habe, an der Medizinischen Universität Wien höchstes internationales Qualitätsniveau sicher zu stellen."

(Ausschließlich als Zitat gekennzeichnete Textpassagen sind Aussagen von Dr. Michael Zimpfer. Für den Text verantwortlich: Vienna Attitude)

Rückfragen & Kontakt:

Vienna Attitude - Creative Communications
Tel.: +43-664-912 49 99
mailto: office@vieatt.com
http://www.vieatt.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0007