Einkommensschere: Magistratsgehälter werden transparent

Frauenberger/Vana: "Nur sichtbare Benachteiligungen, können beseitigt werden" - "Einkommensschere im öffentlichen Dienst schließen"

Wien (OTS) - Die Gehälter der rund 65.000 Bediensteten der Stadt Wien sollen - anonymisiert und nach Berufsfeldern gegliedert -veröffentlicht werden. Das hat der zuständige Gemeinderatsausschuss für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal am Freitag beschlossen. Demnach soll es ab 2012 jährlich einen "Bericht zur Einkommenstransparenz" für die Bediensteten der Gemeinde Wien geben. Gesetzlich wird dies - vorbehaltlich der Zustimmung durch den Wiener Landtag - in einer Novelle zum Wiener Gleichbehandlungsgesetz festgeschrieben.

Frauen- und Personalstadträtin Sandra Frauenberger: "Für Transparenz bei den Einkommen zu sorgen, bedeutet Benachteiligungen sichtbar zu machen. Erst wenn wir die Benachteiligungen klar sehen, können wir sie bekämpfen. Daher ist Einkommenstransparenz ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Einkommensgerechtigkeit."

Monika Vana, Arbeitsmarktsprecherin der Grünen Wien: "Auch im öffentlichen Dienst gibt es Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, wenn auch in geringerem Ausmaß als in der Privatwirtschaft. Ziel des Einkommensberichts ist das Schließen der Einkommensschere durch die Entwicklung gegensteuernder Maßnahmen, sowie das Aufzeigen von Benachteiligungen beim Einkommen, etwa durch Teilzeitarbeit."

Konkret heißt es in dem Initiativantrag, der dem Wiener Landtag am 24. November zum Beschluss vorgelegt werden soll: "Nach wie vor verdienen österreichweit erwerbstätige Frauen deutlich weniger als erwerbstätige Männer, wobei dieser Einkommensunterschied nur zum Teil durch unterschiedliche berufliche Merkmale von Frauen und Männern erklärt werden kann. Um Gehaltsunterschiede zwischen weiblichen und männlichen Bediensteten aufzuzeigen und gegensteuernde Maßnahmen ergreifen zu können, soll für den Bereich der Bediensteten der Gemeinde Wien die Gehälter-Transparenz erhöht und ein jährlicher Einkommensbericht erstellt werden."

Der Einkommensbericht soll jährlich bis zum 1. Oktober vorliegen. Er soll die Zahl von Frauen und Männern in den einzelnen Berufsfeldern ausweisen sowie das Median- und Durchschnittseinkommen von Frauen und Männern in den einzelnen Berufen auflisten.

Die Stadt Wien geht diesen Weg freiwillig. Öffentliche Einrichtungen sind von der seit März im Bundesgleichbehandlungsgesetz verankerten Verpflichtung zur Einkommenstransparenz nicht erfasst. "Wir haben uns daher zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung entschlossen", so Frauenberger. Vana abschließend: "Die Stadt Wien will als größte Arbeitgeberin Wiens Vorbild bei Chancengleichheit und Einkommensgerechtigkeit sein." (Schluss) lac

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