Junge Industrie und ÖDKH fordern dringend grundlegende Reformen bei Kindergärten

JI-Niss: Inakzeptabel und nicht zeitgemäß, dass Bund bei Kindergärten nicht zuständig ist - ÖDKH-Keller: Bessere Ausbildung und leistungsgerechte Entlohnung

Wien (OTS) - Das österreichische Bildungssystem hat in vielen Bereichen Defizite. Eine grundlegende Reform müsse vor allem auch beim Fundament ansetzen: Dem Kindergarten. Junge Industrie (JI) und der Österreichische Dachverband der Berufsgruppen der Kindergarten-und HortpädagogInnen (ÖDKH) haben daher in Kooperationen einen Forderungskatalog erstellt, mit dem der "Kindergarten als die erste Bildungsinstitution" gestärkt werden soll. "International hat sich die Erkenntnis längst durchgesetzte, dass der Kindergarten keine reine 'Betreuungseinrichtung' sondern vielmehr ein zentraler Teil des Bildungssystems ist. Was hier nicht gelernt wird, kann später nie nachgeholt werden", begründete Dr. Therese Niss, Bundesvorsitzende der JI, das Engagement der Jungindustriellen in diesem Bereich. "Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sollten ordentlich ausgebildet sein. In anderen Ländern ist dies längst Standard. Damit muss dann aber auch eine leistungsgerechte Entlohnung einhergehen", so die Vertreterin des ÖDKH, Raphaela Keller. "Es ist nicht mehr zeitgemäß und inakzeptabel, dass die Kindergärten in Österreich reine Ländersache sind. Hier braucht es eine grundlegende Reform, das Bundesministerium für Bildung sollte auch im Bereich der Kindergärten die erste Anlaufstelle sein."

Die aktuelle Lage sei für die Pädagoginnen und Pädagogen jedenfalls nicht ausreichend, führte Keller aus: "Das derzeitige elementare Bildungssystem bietet nicht die Bildungsqualität, die wir für unsere Zukunft brauchen. Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen müssen partizipatorisch den Bildungsprozess der Kinder gestalten können." Entscheiden sei dabei, dass weniger Kinder als derzeit in eine Gruppe "gepfercht" werden. "International wird angeraten, dass auf 15 Kinder zeitgleich - und nicht über den Tag abwechselnd - zwei Pädagoginnen oder Pädagogen kommen - dies muss unser Ziel sein!" Der ständige Kontakt mit den Eltern sei ebenso für den Erfolg der Bildungsinstitution entscheidend, so die ÖDKH-Vertreterin: "Hier müssen Möglichkeiten eines direkten und ständigen Dialogs geschaffen werden, und vor allem die nötigen Zeitressourcen vorhanden sein." Im Sinne einer besseren Serviceleistung bzw. auch der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollten "die Öffnungszeiten von Kindergärten flexibler gestaltet werden", so Therese Niss. Dies bedeute klarerweise, dass hier mehr Geld (Personal) in die Hand genommen werden müsse, so Niss: "Dies muss uns die Zukunft unserer Kinder aber wert sein! Während wir Milliarden in die Fehler der Vergangenheit - also Zinsen und Pensionen - investieren, mangelt es im Bildungssystem an allen Ecken und Enden. Wir brauchen das beste Bildungssystem - vom Kindergarten bis zur Hochschule."

Das gemeinsame Forderungspapier zum Download:
http://www.iv-mitgliederservice.at/iv-all/docs/dokument.php?id=3277

Rückfragehinweis:
ÖDKH
Raphaela Keller
office@bkhw.at
0699/19220503

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Junge Industrie
Mag. Martin Amor
Bundesgeschäftsführer
Tel.: +43 1 71135-2309
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