Hilfe zur Selbsthilfe: Psychotherapie tut not!

Unsichere Zeiten erhöhen unseren psychischen Leidensdruck, machen krank.

Wien (OTS) - Zahlen zeigen das, wovor ExpertInnen warnen! Wir befinden uns in einem dynamischen gesellschaftlichen Wandel und sind längst kein Land der Seligen mehr. Erhöhte Leistungsansprüche, die Forderung nach Flexibilität und Effektivität, und das Schwinden von sozialer und finanzieller Sicherheit gefährden sowohl unsere Existenz als auch unsere Individualität. Sie führen zu einem rasanten Anstieg psychischer Leiden. Belastungen und Überforderungen wirken sich persönlich, familiär und beruflich aus. Ihren Ausdruck können wir in der Sorge, der Angst und Verzweiflung der Menschen erkennen, die oftmals durch einen unüberschaubaren, beschleunigten und krankmachenden Lebensalltag bedingt ist. Mobbing, Burn-out, die Gefahr vor beruflicher Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung gefährden unsere psychosoziale Existenz, unser persönliches Wohlergehen und jenes unserer Familien und Kinder. Wie kann unter diesen Bedingungen der Wunsch nach Lebensqualität gefasst werden? Wird Lebensqualität zu einem unerschwinglichen Luxus? Instabile Zeiten können den psychischen Leidensdruck erhöhen. Allgemeine Lebensqualität beinhaltet Einflussfaktoren wie Gesundheit, Freiheit, Wohlstand, Bildung, Kultur, Politik und Religion. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität nimmt dabei laut Umfragen einen zentralen Stellenwert ein. Sie umfasst die physische Gesundheit, das psychische Wohlbefinden und die soziale Integration. Die Bewertung gesundheitsbezogener Lebensqualität jedoch ist subjektiv und wird zunehmend schwerer zufriedenstellend erlebt. Möglicherweise müssen wir gesellschaftliche Werte hinterfragen und neu definieren. Veränderungen des gesellschaftlichen Wandels zeigen sich in der Art und Weise unserer Begegnungs- und Beziehungsdynamiken. Beziehungen geraten auf den Prüfstand, existenzielle Kriterien werden zu einem Faktum, die Psychotherapiebedürftigkeit steigt!

Der erste Schritt vor der PsychotherapeutInnenwahl jedoch beginnt für Betroffene mit der Frage nach der Leistbarkeit einer Psychotherapie. Erst im Anschluss daran kann die eigentliche Suche nach der passenden TherapeutIn erfolgen. Wie bei einem Säugling oder Kleinkind die Passung zwischen Mutter/Vater und Kind eine gesunde Entwicklung ausmacht, ist auch bei der Wahl der TherapeutIn die Passung zwischen KlientIn und TherapeutIn für die Entwicklung, Aktivierung und Veränderung der Persönlichkeit, ihrer Ressourcen und ihres Potenzials wesentlich. Nur in einem gesunden und "passenden" zwischenmenschlichen Klima können wir uns selbst entdecken, neu ausprobieren und definieren. Einer effektiven gesundheitsfördernden Psychotherapie liegt daher die selektive Auswahl der "subjektiv passenden" PsychotherapeutIn zugrunde. Oftmals wird dieses elementare Kriterium in der Entwicklung unseres Gesundheitssystems übersehen. Die Kosten für das Versorgungssystem können sich z. B. durch eine berufliche Einschränkung aufgrund einer nicht in Anspruch genommenen Psychotherapie, durch Therapieabbrüche und durch ein "Ausprobieren" verschiedener Therapiemethoden oder institutioneller Angebote dramatisch erhöhen.

Dabei scheint es so einfach! Psychotherapie ist ein konstanter und kontinuierlicher Prozess, der unserer Gesundheit und damit der Bewältigung unseres Lebensalltags dient. Sie fördert unsere individuellen beruflichen und sozialen Fähigkeiten, reduziert oder heilt psychisches Leid und verhilft zu einer guten und zufriedenen Bewältigung des Lebensalltags. Die Voraussetzungen für die freie PsychotherapeutInnenwahl wurden zwar gesellschaftspolitisch anerkannt, aber real nicht umgesetzt. Effektivität und Gesundheit beginnen bei uns selbst. Für eine gesunde Lebensqualität jedoch muss Psychotherapie, wie jede andere Krankenbehandlung auch, leistbar werden.

Die INFORMATIONSSTELLE des WIENER LANDESVERBANDES FÜR PSYCHOTHERAPIE (WLP) bietet kostenlos und anonym

  • individuelle und fachkompetente Information
  • Unterstützung bei der PsychotherapeutInnen-Suche
  • Beratung über Finanzierungsmöglichkeiten einer Psychotherapie durch die Krankenkassen.

Die Beratung kann telefonisch oder nach Terminvereinbarung jeden Montag und Donnerstag von 14.00 - 16.00 Uhr in einem persönlichen Gespräch in Anspruch genommen werden.
Tel.: 01/512 71 02
Löwengasse 3/5/6, 1030 Wien

(AutorInnen: Topaloglou/Tschugguel)

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Landesverband für Psychotherapie (WLP)
Leonore Lerch
Vorsitzende des WLP
Tel.: 01/912 28 65
wlp.lerch@psychotherapie.at
www.psychotherapie.at/wlp

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