Tumpel zu Arbeitsmarkt: Brauchen Maßnahmenpaket für Frauen und Ältere

Wien (OTS) - Im Oktober waren inklusive SchulungsteilnehmerInnen über 300.000 Menschen auf Arbeitssuche. Wie in den Vormonaten zeigt sich, dass Ältere und Frauen mit deutlich steigender Arbeittslosigkeit konfrontiert sind. Die Zahl der älteren Arbeitsuchenden ist um 9 Prozent, jene der Frauen um über 4 Prozent gestiegen. "Das sind gerade jene Gruppen mit den größten Beschäftigungspotenzialen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel:
"Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsmarkt und soziale Systeme sind eng miteinander verwoben. Die aktive Arbeitsmarktpolitik muss daher rasch auf die Anforderungen der Zukunft ausgerichtet werden."

Das am letzten Donnerstag von den Ministern Hundstorfer und Mitterlehner präsentierte Herbstpaket geht bereits in die richtige Richtung. Qualifizierung ist einer der Schlüssel, um die Menschen stabil in Beschäftigung zu halten. Aber auch Menschen, die arbeitslos sind, müssen diese Phase verstärkt für Weiterbildung nutzen können, um in ihren ausgeübten Berufen am Ball zu bleiben und bereits erworbene Kompetenzen in Berufsabschlüsse umzuwandeln. Die Verlängerung der leichteren Inanspruchnahme der Bildungskarenz ist positiv, geht aber nicht weit genug. Die Bildungskarenz muss vor allem auch für Personen, die wiederholt von Arbeitslosigkeit betroffen sind, und für Geringverdienende verbessert werden.

Tumpel begrüßt speziell die für Frauen präsentierten Maßnahmen wie der Ausbau der Laufbahnberatung und den anschließenden Qualifizierungsmöglichkeiten sowie die Angebote für Jugendliche, die spezielle und frühzeitige Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt brauchen. Diese müssen weiterverfolgt und ausgebaut werden.

Wichtig ist allerdings, dass für dieses Herbstpaket die ausreichende Finanzierung vorgesehen ist. Dies gilt auch für die Umsetzung der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, um ältere Menschen länger in Beschäftigung zu halten.

Die AK fordert:
+ Weiterentwicklung der Bildungskarenz, damit sie auch Menschen, die wiederholt von Arbeitslosigkeit betroffen sind und nur geringes Einkommen haben, nutzen können.
+ Weiterer Ausbau der modularen Weiterbildung mit Berufsabschluss durch das AMS.
+ Umsetzung der von den Sozialpartnern vorgeschlagenen Maßnahmen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit Älterer.
+ Zusätzliche Mittel für die Arbeitsmarktpolitik, um die Finanzierung dieser Maßnahmen sicherzustellen.

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