Hundstorfer zu Arbeitsmarkt: Österreich ist auf schwieriger werdende Arbeitsmarktsituation gut vorbereitet

Österreich bleibt weiterhin Europameister bei Gesamtarbeitslosigkeit wie nun auch bei Jugendarbeitslosigkeit - Programme für Frauen wurden gestartet

Wien (OTS/BMASK) - "Die Situation am Arbeitsmarkt wird in den Herbstmonaten etwas schwieriger geworden; wir sind aber darauf gut vorbereitet und können zielgerichtet reagieren", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der Arbeitsmarktzahlen für den Monat Oktober. Nach 19 Monaten der sinkenden Arbeitslosigkeit ist erstmals die Anzahl der Arbeitslosen bereinigt um die SchulungsteilnehmerInnen angestiegen. Während die Zahl der Arbeitslosen um 8.869 (3,9 Prozent auf 235.006) wächst, ist die Anzahl der SchulungsteilnehmerInnen um 9 Prozent (-6.454) auf 65.373 gesunken. Trotzdem steigt die Anzahl der Beschäftigten in Österreich deutlich: Im Oktober 2011 gab es 3.450.000 unselbstständig Beschäftigte. Das ist ein Anstieg von + 63.000 Personen (+ 1,9 Prozent). "Von einer Krise am Arbeitsmarkt wie 2008 und 2009 kann man daher nicht sprechen", betonte der Minister. ****

Trotz dieser Eintrübung sei es sehr erfreulich, dass Österreich europaweit die besten Arbeitsmarktdaten aufweisen könne, neben der Gesamtarbeitslosigkeit nun auch bei der Jugendarbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote nach Eurostat weist für September 2011 einen Wert von 3,9 Prozent (- 0,4 Prozent) auf, wonach Österreich erneut an erster Stelle in der EU liegt (vor den Niederlanden mit 4,5 Prozent, EU Durchschnitt 9,7 Prozent) und als einziges Land eine Quote von unter vier Prozent aufweist. Diesmal ist Österreich auch bei der Jugendarbeitslosenquote mit 7,1 Prozent (- 2,0 Prozent) an erster Stelle innerhalb der EU und überholt damit die Niederlande (acht Prozent). Im europäischen Durchschnitt ist die Jugendarbeitslosgkeit drei Mal so hoch wie bei uns und beträgt 21,4 Prozent.

"Damit bestätigt sich die vorbildhafte österreichische Jugendarbeitsmarktpolitik mit der Ausbildungsgarantie und der Aktion Zukunft Jugend. Als sehr positiv zu werten, ist zudem die Entwicklung am Lehrstellenmarkt: die Anzahl der Lehrstellensuchenden ist leicht rückläufig bei einem leichten Anstieg der offenen Lehrstellen, wodurch wir eine weiter leicht sinkende Lehrstellenlücke von 2.050 Lehrstellen haben", unterstrich Hundstorfer.

"Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld und die Bedingungen am Arbeitsmarkt weiter eintrüben, sind wir vorbereitet: zusätzlich zum gleichbleibenden AMS Budget für das Jahr 2012 können dann nochmals 24 Mio. Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik (Aktivierungsbeihilfe) lukriert werden", kündigte Hundstorfer an. Zudem steht das Instrument der Kurzarbeit uneingeschränkt zur Verfügung und die Bildungskarenz konnte unbefristet verlängert werden. Insbesondere auf den Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Branche der Arbeitskräfteüberlassung, die hauptsächlich niedrigqualifizierte junge Männer betrifft, wurde mit der Einrichtung der Jugendstiftung neu (JUST Implacement), die hauptsächlich Lehrabschlüsse bietet, reagiert.

Die überdurchschnittlich steigende Arbeitslosigkeit bei älteren Personen (+ 8,0 Prozent) und bei Frauen (+ 4,2 Prozent) bestätige, "dass wir unsere Schwerpunkte mit dem Herstarbeitsmarktpaket richtig setzen, indem wir das Qualifizierungspaket New Skills mit dem Fokus auf ältere Frauen und WiedereinsteigerInnen für 5.155 Personen anbieten", sagte der Sozialminister. Darin sind die Förderung von Arbeitsaufnahmen älterer Frauen (ab 45) enthalten sowie die Ausweitung der Programme Frauen in Technik (FIT) sowie Facharbeiterinnenintensivausbildung für Frauen (FIA).

Der Trend der steigenden Arbeitslosigkeit in der Branche Arbeitskräfteüberlassung setzt sich fort (+ 12,6 Prozent); "die vorausgesagte Delle im Wirtschaftswachstum scheint sich darin zu bestätigen", so Hundstorfer. Darauf deutet auch eine sinkende Anzahl an gemeldeten offenen Stellen (-2.014 auf 30.901) hin. Bei einem Vergleich der Bundesländer zeigt sich der deutlichste Anstieg der Arbeitslosigkeit neuerlich in Wien, was unter anderem auf die bedarfsorientierte Mindestsicherung zurückzuführen ist. (Schluss)

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