"Lustige" Zahlenspiele (von Claudia Grabner)

Ausgabe 1. Nov. 2011

Klagenfurt (OTS) - 55,5 Milliarden Euro falsch verbucht - und den Irrtum eineinhalb Jahre später per Zufall überlauert: Was das deutsche Finanzministerium da als Hoppala hingelegt hat, ist weniger Symbol einer Schlamperei als Ausdruck unserer fiktiv-unfassbaren Zahlenwelt. Das Geld, mit dem der Finanzmarkt jongliert, spekuliert, zahlt, handelt, haftet, anleiht, ausleiht, vergibt, einfordert, kalkuliert - es ist nicht real, nicht als Geldbündel zählbar. Die Millionen/Milliarden/Billionen reduzieren sich auf eine niedergeschriebene Zahl mit 6/9/12 Nullen - und sprengen unsere Vorstellungskraft. Und weil sie genau das tun, wirft die kapitalismushörige Menschheit mit den Nullen um sich, wie man es als Zehnjährige beim DKT getan hat. Eh wurscht. In Österreich entzweit man sich koalitionär gerade darüber, ob die "Vorbelastungen" der ÖBB nun elf oder doch 65(!) Milliarden betragen. Gesichert ist derweil nur, dass die ÖBB-Schulden anno 2011 um weitere 2,2 auf 20,6 Milliarden gestiegen sind. Eine "Leistung", für die die Managementetage Boni und Golden Handshakes und externe Macher üppige Beraterverträge lukrierten ...

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/512000-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001