Wr. Jugendanwaltschaft: Maturareisenvereinbarung von den Reiseveranstaltern nicht eingehalten

Jugendanwaltschaften von den Veranstaltern enttäuscht

Wien (OTS) - Aufgrund der derzeit geführten Diskussion bezüglich des Alkoholkonsums bei Maturareisen möchte die Jugendanwaltschaft Wien klarstellen, dass die mit den großen Anbietern getroffene Vereinbarung bezüglich Alkoholwerbung für die Maturareisen seitens der zwei größten Unternehmen nicht eingehalten wurde.

Mit Anfang 2010 haben die Österreichischen Jugendanwaltschaften mit den Anbietern eine umfangreiche Vereinbarung über die Standards der Veranstaltungen gemeinsam beschlossen, nachdem immer wieder über Alkoholexzesse bei den organisierten Maturareisen berichtet wurde.

In etwa ein Jahr lang hat es Verhandlungen und Gespräche über den Wortlaut der Standards gegeben, wobei auch über andere Bereiche als Alkohol, wie Sicherheit, Betreuung, Gesundheit, Konfliktregelungen etc. verhandelt wurde.

Alle großen Anbieter haben sich dann mit den Jugendanwaltschaften auf folgenden Wortlaut, Alkohol betreffend, geeinigt:

Alkohol:
-vormittags: Regenerationsphase
-nachmittags: nur leichte Getränke (Bier, Gespritzter, Longdrinks) -abends: erweitertes Angebot
-Alkohol steht vor Ort stets im Hintergrund, im Vordergrund stehen Party, Action, Musik und Entertainment
-Die Kontrolle ist durch Barpersonal, BetreuerInnen und Securities stets gewährleistet. Starke Alkoholisierung in Verbindung mit Eigen-oder Fremdgefährdung wird als striktes NO GO gehandelt und ist ausnahmslos mit Konsequenzen verbunden.

Betreuung durch Security, Betreuer, -Schulungen und Betreuungsschlüssel:
-Schulung im Umgang mit Jugendlichen und den vorherrschenden -Problemsituationen (z.B.: Alkohol) in Bereichen Konfliktlösung, Rhetorik,
-Erste Hilfe, Verhaltenskodex etc.

Öffentlichkeitsarbeit - Werbung:
-Klare Positionierung in der Öffentlichkeit zu den Themen Alkohol, Drogen, Sexualität
-Kommunikation der Standards insbesondere in den Bereichen Alkohol, Vertragsbestimmungen, Gesundheit und Verhaltenskodex (auch als Download auf der Homepage)
-Gemäßigte Werbung (auch auf der Homepage) in Bezug auf Alkohol und Sex.

Der Wr. Jugendanwalt Anton Schmid geht davon aus, "...dass, aus welchen Gründen auch immer, die beiden Großanbieter (summersplash und x-jam) diese Vereinbarung Alkoholwerbung betreffend nicht eingehalten haben", wobei von Anfang an klar war, dass dabei jeweils die Verantwortung bei den Unternehmern liegt.
Die vereinbarten Standards waren ein Versuch der Jugendanwaltschaften Vernunft bei den Unternehmern bezüglich des Alltages bei den professionell organisierten Maturareisen zu erreichen. Wie man mehr als ein Jahr später merkt, leider vergebens.
"Daher sehen wir den Schritt des VKI bezüglich Klage auf Unterlassung durchaus positiv an, wichtiger jedoch wären jetzt verbesserte klare gesetzliche Rahmenbedingungen, die Verfehlungen der Anbieter mit Sanktionen belegen", schloss Jugendanwalt Schmid.

Die gesamte Vereinbarung liegt in der Kinder- und Jugendanwaltschaft auf und ist dort erhältlich.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Anton Schmid
Kinder- und Jugendanwalt
Tel.: 70 77 000

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