120 Jahre Kaiser-Franz-Josef-Spital: Spatenstich für den Teilneubau 2

Wien (OTS) - Das Kaiser-Franz-Josef-Spital - das älteste Spital Wiens - wird neu gebaut. Schritt für Schritt wird es im nächsten Jahrzehnt in ein zeitgemäßes, zukunftsorientiertes Krankenhaus umgewandelt. Nach dem Teilneubau 1, dem so genannten Wirtschaftshof, und dem Neubau der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege im Jahr 2010 findet nun der Spatenstich für den Teilneubau 2, das neue Mutter-Kind- und OP-Zentrum, statt -rechtzeitig zum 120. Geburtstag des Spitals. "Wir wollen Modernität und hohe Qualität in den Spitälern der Stadt Wien - und dazu braucht es auch die baulichen Voraussetzungen. Das Kaiser-Franz-Josef-Spital war vor 120 Jahren beispielgebend - und es wird auch im Jahr 2030 gemeinsam mit den anderen städtischen Spitälern zu den besten Gesundheitsangeboten zählen", betonten Bürgermeister Michael Häupl und Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely anlässlich des Spatenstichs.

Ausschließlich 1- und 2-Bett-Zimmer

Das multifunktionale Zentrum wird sechs Ebenen umspannen und anstelle der alten Zentralküche sowie der ehemaligen Isoliergebäude und der heutigen Aufnahmestation entstehen. Es wird sich harmonisch in den historischen Park des Kaiser-Franz-Josef-Spitals fügen. Im Untergeschoß ist die Anbindung an den Teilneubau 1, den Wirtschaftshof, der Anfang 2012 fertig gestellt wird, geplant. Das Erdgeschoß wird als Ambulanz-Zentrum dienen. Im ersten Obergeschoß werden sich beispielsweise die Kreißsäle mit Sectio-OP, der zentrale OP-Bereich mit acht modernsten Operations-Sälen finden. Im zweiten, dritten und vierten Obergeschoß werden Bettenstationen sein. Das Zentrum verfügt nach Fertigstellung über 258 Betten. Das gesamte Haus ist barrierefrei und rollstuhlgerecht gestaltet. "Im Teilneubau 2 wird es für unsere PatientInnen künftig ausschließlich 1- und 2-Bett-Zimmer geben, und die Arbeitsräume des Personals werden in Richtung der begrünten Innenhöfe ausgerichtet", freut sich die Ärztliche Direktorin des Kaiser-Franz-Josef-Spitals Margit Endler. Die Errichtung des Gebäudes als Niedrig-Energie-Haus senkt die Betriebskosten. Der Teilneubau 2 soll 2015 den Betrieb aufnehmen.

Alles unter einem Dach

Sämtliche Einrichtungen des bereits über 100 Jahre alten Gottfried von Preyer'schen Kinderspitals übersiedeln in den Teilneubau 2, der nach modernsten Erkenntnissen der Kinder- und Jugendmedizin ausgestattet wird. Das künftige Mutter-Kind- und OP-Zentrum beherbergt aber auch Ambulanzen, Stationen und alle OP-Einrichtungen. Sämtliche Operationen werden künftig in diesem Zentrum durchgeführt. Diese Zentralisierung sorgt für eine Optimierung der Abläufe. "So entfallen künftig die Wege zwischen den einzelnen Gebäuden und dem vier Kilometer entfernten Kinderspital, was - ebenso wie die räumliche Nähe der Ambulanzen - ein Höchstmaß an Sicherheit für die PatientInnen garantiert", so KAV-Generaldirektor Wilhelm Marhold. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 140 Millionen Euro.

120 Jahre Kaiser-Franz-Josef-Spital

Als um die Mitte des 19. Jahrhunderts - insbesondere in Zeiten von Infektionsepidemien - die Kapazitäten der damals bestehenden Wiener Spitäler zu knapp wurden, beschloss man 1884 ein weiteres Krankenhaus in Favoriten zu bauen. Erhielt das Haus zunächst den Namen "k. k. Krankenhaus Favoriten", wurde es nach dem kaiserlichen Besuch 1889 in "k .k. Kaiser-Franz-Joseph-Spital" umbenannt. Der Kaiser war es auch, der die sieben Pavillons mit rund 450 Betten vor 120 Jahren feierlich eröffnete. Die Erweiterungsarbeiten fanden bis 1909 mit dem Bau von zwei Pavillons mit insgesamt 100 Kinderbetten, verschiedensten Ambulanzen sowie einem Röntgenlaboratorium ihre Fortsetzung.

Während des 2. Weltkrieges dienten mehrere Pavillons als Kriegslazarett, bis schließlich in den Jahren 1944/45 ein Großteil der Anstaltsobjekte durch über 100 Bombentreffer schwer bzw. zur Gänze zerstört wurde. Obwohl bereits nach Kriegsende der Wiederaufbau und eine schrittweise Betriebsaufnahme des Hauses begann, dauerte der Wiederauf- und Neubau zehn Jahre. Die folgenden Jahrzehnte waren von einer stetigen Weiterentwicklung gekennzeichnet. Anfang der 1980er Jahre war ein Bettenstand von mehr als 1.000 erreicht. 1986 erhält das Kaiser-Franz-Josef-Spital als erstes Schwerpunktkrankenhaus der Stadt Wien eine Psychiatrische Abteilung. 1996 wurde das neu erbaute Institut für Radioonkologie in Betrieb genommen, das eine möglichst nebenwirkungsarme Krebsbehandlung ermöglicht. Nach dem Jahr 2000 folgte u.a. die Neuerrichtung des Pathologisch-bakteriologischen Institutes, der Ausbau des Institutes für Labordiagnostik, die Errichtung einer Tiefparkgarage, die Betriebsaufnahme des Geriatriezentrums und zuletzt die Eröffnung des neuen Eingangspavillons im Jahr 2009. Mit dem geplanten weiteren Ausbau wird das Kaiser-Franz-Josef-Spital auch 2030 zu den modernsten Schwerpunktkrankenhäusern Österreichs gehören.

In Kürze werden zu dieser Meldung unter www.wien.gv.at/pressebilder Fotos zur Verfügung stehen.

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