- 27.10.2011, 10:00:18
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AIT entwickelt System zur Sturzprävention bei älteren Menschen
Wien (OTS) - Das AIT Austrian Institute of Technology entwickelt
im Rahmen des von der Universität Siegen koordinierten europäischen
Forschungsprojektes iStoppFalls eine auf der AIT
Telemonitoring-Plattform basierende intelligente Technologie zur
Planung von individuellen Trainings zur Reduktion des Sturzrisikos
bei älteren Menschen.
Das Forschungsfeld der Sturzanalyse und -prävention gewinnt vor
dem Hintergrund veränderter Altersstrukturen mit einem immer größer
werdenden Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft rasant an
Bedeutung. Stürze älterer Menschen führen häufig zu einer
Einschränkung der Selbständigkeit und Lebensqualität. Die Häufigkeit
der Stürze ist zudem ein beträchtlicher Kostenfaktor im öffentlichen
Gesundheitswesen.
Das europäische Forschungsprojekt iStoppFalls aus dem 7.
Rahmenprogramm der Europäischen Kommission verfolgt die Zielsetzung,
Vorsorge-Trainingsprogramme zur aktiven Sturzvorbeugung zu entwickeln
und dabei smarte und selbstadaptive IT-Anwendungen aus den Bereichen
Sensorik, Telemedizin und ExerGames (Exercise & Game) zu einer
effizienten Gesamtlösung zu verdichten.
Der für die technischen Aspekte des Projektes verantwortliche
AIT-Projektleiter Mario Drobics, Safety & Security Department, ist
überzeugt, "mit der jetzt gefundenen Zusammensetzung des F&E-Teams,
in dem sich auch ausgewiesene ExpertInnen für Sturzprävention des
Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie der Sporthochschule
Köln und von Neurosciences Research Australia der University of New
South Wales in Sydney, Australien, befinden, eine richtungsweisende
Entwicklung in Gang setzen zu können."
Neben der Entwicklung des Decision Support Systems und der
benötigten Interfaces im Bereich der Bewegungserkennung wird das AIT
im Zuge des Projektes einen Personal Health Advisor auf Basis seiner
fortschrittlichen eHealth-Plattform entwickeln, der in seiner
Funktionalität als Gesundheits- und Lebensstilmanager weit über die
reine Sturzprävention hinausgeht.
Einsatz wissensbasierter Technologien
Das AIT besitzt langjährige Erfahrungen in der Entwicklung von
wissensbasierten Systemen für effiziente Entscheidungsunterstützung
sowie mit Video-gestützten Systemen der optischen Bewegungserkennung
und ist im Bereich der Gesten- und Bewegungserkennung bereits in den
laufenden EU-Projekten FoSIBLE (Fostering Social Interaction for a
Better Life of the Elderly) und Silvergame aktiv.
Die Entwicklung von elektronischen Trainingsprogrammen zur
Sturzvorsorge setzt ein entsprechendes Risk-Assessment voraus, mit
dem die individuelle Wahrscheinlichkeit von Stürzen vorhergesagt
werden kann. Optische Technologien der Bewegungserkennung liefern bei
dieser Evaluierung wertvolle Hinweise auf individuelle Sturzursachen
(z.B. labiles Gleichgewicht, Kraftverlust in den Beinen etc.),
welchen mit gezielten Trainingsplänen proaktiv begegnet werden kann.
Auf Datenbankseite setzt die Entwicklung von maßgeschneiderten,
über intuitive Eingabegeräte (Smartphones, Tablets, etc.) steuerbaren
Trainingsprogrammen entsprechende wissensbasierte, lernende Systeme
voraus. Das AIT wird hier für die Entwicklung des "Knowledge Based
Systems" (KBS) verantwortlich zeichnen. Dieses Herzstück der
Applikation muss die Entscheidungsgrundlagen für die Trainingsplanung
und -begleitung liefern. Für das KBS werden Computermodelle auf Basis
von Bewegungsprofilen aus Sensordaten und hinterlegtem
ExpertInnenwissen von ÄrztInnen, TrainerInnen und
ErnährungswissenschafterInnen entwickelt. Diese Algorithmen können
dann selbstadaptiv das jeweils richtige Vorbeugetraining gegen Stürze
vorschlagen.
Da iStoppFalls auch eine leichte Zugänglichkeit zu den
prophylakitschen Trainingsprogrammen bringen soll, die leistbarer
sind als ein Personal Health Coach, müssen im Projekt IT-gestützt
Wege beschritten werden, die keine neuen Barrieren für die
BenutzerInnen aufbauen. So sollen bei der Trainingsführung gewohnte
Geräte wie Tablets, Smartphones und TV-Geräte zum Einsatz kommen mit
denen die User bereits vertraut sind. Damit ist technologisch die
User-Interface-Problematik angesprochen, wo das AIT ebenfalls
gebündelte Expertise aus erfolgreichen Projekten wie z.B. MOBILE und
Entwicklungen auf Basis von Stereo Vision basierten Technologien
einbringen kann.
Rückfragehinweis:
Michael W. Mürling AIT Austrian Institute of Technology Safety & Security Department Marketing and Communications Telefon: +43 (0)50550-4126 [email protected] Michael H. Hlava AIT Austrian Institute of Technology Head of Corporate and Marketing Communications Telefon: +43 (0)50550-4014 [email protected]
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