KONSUMENT-Ethikreport: Grabsteine - Siegel für faire Produktion wünschenswert

Ein Großteil der importierten Grabsteine stammt aus Indien - Kinderarbeit und Schuldknechtschaft sind dort keine Seltenheit

Wien (OTS/VKI) - Woher stammen die am österreichischen Markt angebotenen Grabsteine und wie ist es in den Herkunftsländern um die Einhaltung sozialer Standards sowie Sicherheits- und Umweltbestimmungen bestellt? "Wer sich dafür interessiert, woher ein angebotener Grabstein stammt und auf welche Weise er produziert wurde, muss damit rechnen, enttäuscht zu werden", erläutert Peter Blazek, Ethikexperte des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Zu Grabsteinimporten gibt es in Österreich keine exakten Daten. Schätzungen der Bundesinnung für Steinmetze zufolge sind rund 25 bis 33 Prozent der angebotenen Grabsteine Importware, wovon wiederum 80 Prozent aus Indien stammen. Importierte Grabsteine sind zwar erheblich billiger als hierzulande erzeugte, der Preis ist dennoch ein hoher: Die Problematik der Kinder- und Sklavenarbeit in indischen Steinbrüchen ist seit Jahren - zumindest in Fachkreisen - bekannt. Orientierungsmöglichkeiten für Konsumenten, die auf faire Produktionsbedingungen Wert legen, sind kaum vorhanden: Es gibt zwar Siegel für Naturstein aus sozialverträglicher Produktion (z.B. XertifiX), doch anders als etwa in Deutschland sind diese in Österreich nur wenig und bei Grabsteinen bislang gar nicht präsent. Details zum Ethikreport gibt es in der Novemberausgabe des Testmagazins KONSUMENT und unter www.konsument.at.

"Insbesondere bei Billigware ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie unter ausbeuterischen Bedingungen erzeugt wurde", so VKI-Ethikexperte Blazek. "Absolute Sicherheit, dass ein Grabstein ohne Kinderarbeit erzeugt wurde, gibt es eigentlich nur bei heimischer Ware. Wobei darauf zu achten ist, dass nicht nur die Bearbeitung in Österreich erfolgt, sondern der Stein auch in Österreich abgebaut wurde. Wünschenswert wäre jedenfalls, dass Initiativen, die sich um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Steinbrüchen bemühen, auch in Österreich an Boden gewinnen." Der in Deutschland gegründete Verein XertifiX, die Initiative Fairstone oder die niederländische Arbeitsgruppe nachhaltiger Naturstein (WGDN) sind bereits in einigen europäischen Ländern aktiv.

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Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
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