Kommentar zu Kultur

Osnabrück (ots) - Eine Sache des Herzens

Von bekannten Herzspezialisten empfohlen! Mit diesem Slogan bewirbt Bastei Lübbe seine Heftreihen mit Arztromanen. Kardiologen sind sicher nicht das Verkehrteste. Pulsrasen dürften die Eichborn-Mitarbeiter beim Übernahmeangebot durch den Unterhaltungsverlag tatsächlich bekommen. Aus vielen Gründen: Der Deal gibt den Verlagsangestellten unerwartete Hoffnung, ihren Arbeitsplatz zu behalten, für den sie dann womöglich nicht nach Berlin, sondern nun nach Köln umziehen müssten. Gleichzeitig ist ungewiss, ob die beiden Häuser wirklich so gut harmonieren, wie der Verleger Lübbe meint. Zwar hat auch Eichborn Trash-Titel wie das "Dosenbier-Buch" hervorgebracht. Ob eine Bastei-Lübbe-Autorin wie Daniela Katzenberger allerdings zum linken Selbstverständnis der Frankfurter passt, bleibt fraglich. Aber: Auch in den Kommerz-Bastionen sitzen heute die Revoluzzer von gestern. Wollen wir hoffen, dass ihr Herz tatsächlich für den Verlag mit der Fliege schlägt.

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Neue Osnabrücker Zeitung
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