AK Wien Vollversammlung 6 - Qualität in der Lehre sichern, Schulabbruch verhindern

Lehre, Schule, Uni: Anträge für bessere Bildung und Ausbildung beschlossen

Wien (OTS) - Nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Schul- und Lehrplätze für Kinder und Jugendliche muss stimmen: Das fordert die AK Wien Vollversammlung heute in mehreren Anträgen:
Gemeinsam fordern alle Fraktionen die Einführung eines Qualitätssicherungssystems für die Lehrausbildung und Mutterschutz auch in der integrativen und der überbetrieblichen Lehrausbildung. Mehrheitlich wollen die Mitglieder der Vollversammlung Qualitätssicherung in der Nachmittagsbetreuung von Schulkindern, Maßnahmen zur Verhinderung des Schulabbruchs und eine rasche Evaluierung der Studieneingangs- und Orientierungsphasen an den Unis.

In Österreich gibt es kein System zur Überprüfung von Lehrbetrieben, ob sie auch Aus-bildung mit Qualität bieten, kritisieren alle Fraktionen in der Vollversammlung. Ebenso kritisieren sie, dass der Großteil der Lehrstellenförderung nach dem Gießkannenprinzip vergeben wird. Per Antrag fordern sie die zuständigen Ministerien auf, sich für Qualitäts-standards in der Lehrausbildung und für eine Ausbildungsgarantie für alle Jugendlichen einzusetzen. Verstärkt investiert werden solle auch in die Möglichkeit, versäumte Haupt-schul- und Lehrabschlüsse und die Matura nachholen zu können.

Als besondere Ungerechtigkeit greift die Vollversammlung auf, dass für Schwangere in der integrativen und in der überbetrieblichen Lehrausbildung keine Mutterschutzvorschrif-ten gelten. In diesem Bereich fordern alle Fraktionen gemeinsam eine Änderung.

Qualität will die Vollversammlung auch in der Nachmittagsbetreuung für Schulkinder. Sie will Mindeststandards für die Betreuung in Horten und privaten Vereinen, aber auch in der schulischen Nachmittagsbetreuung. Mehrheitlich fordert die Vollversammlung etwa höchstens 25 Schließtage im Jahr, Mindestöffnungszeiten Montag bis Freitag bis 18 Uhr, ein gesundes Essen und Mindestanforderungen an die Ausbildung der BetreuerInnen.

Noch fliegt jede/r zehnte Jugendliche nach der Schulpflicht aus dem Bildungs- und Ausbildungssystem oder beginnt erst gar keine weiterführende Ausbildung. Mehrheitlich fordert die Vollversammlung Anstrengungen, um den Anteil der "frühen Bildungsabbre-cherInnen" bis 2020 von zehn auf fünf Prozent zu senken. Schon die Schule müsse bei ersten Warnsignalen reagieren, ein essenzieller Beitrag wäre der Ausbau der Ganztags-schulen, keine Aufteilung erst Zehnjähriger auf Hauptschule und Gymnasium mehr und ein flächendeckender Ausbau der Angebote zum Nachholen von Bildungsabschlüssen.

An den Universitäten soll wiederum möglichst rasch überprüft werden, wie sich die neuerdings verschärften Studieneingangs- und Orientierungsphasen auswirken - etwa auf die soziale Zusammensetzung der Studierenden in einzelnen Studienrichtungen.

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