AK Wien Vollversammlung 3: Vorhandene Beschäftigungspotentiale nutzen

Wien (OTS) - Der demographische Wandel ist eine der zentralen Herausforderungen, die in den kom-menden Jahren und Jahrzehnten bewältigt werden müssen. Klar ist, dass derartig massi-ve Verschiebungen in der Altersstruktur Anpassungen in sehr vielen Bereichen erforder-lich machen - in der Wirtschaft, in der Arbeitswelt, in den Sozialsystemen, im Woh-nungswesen, im Bereich der Verkehrsinfrastruktur, etc. Eine ganz zentrale Rolle wird dabei dem Arbeitsmarkt zukommen. Die in der Vollversammlung der AK Wien vertretenen Fraktionen fordern gemeinsam die verantwortlichen Stellen dazu auf, geeignete Maßnahmen zu treffen, damit vorhanden Beschäftigungspotentiale bestmöglich ausge-schöpft werden können. Dazu zählen insbesondere die Sicherstellung und Schaffung qualitativ hochwertiger Aus- und Weiterbildung, entsprechende Rahmenbedingungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die bessere Integration Älterer ins Erwerbsleben.

Nach den aktuellen Bevölkerungsvorausschätzungen von Statistik Austria wird in Öster-reich die Zahl der Menschen im Alter ab 65 von derzeit 1,48 Mio bis zum Jahr 2030 auf 2,14 Mio und bis zum Jahr 2050 auf 2,64 Mio in die Höhe gehen. Die Entwicklung der Zahl der Kinder und der Zahl der Menschen im Erwerbsalter werden demgegenüber als relativ konstant eingeschätzt. Im Erwerbsalter 15 bis 64 gibt es derzeit 5,67 Mio Men-schen, im Jahr 2030 wird mit 5,60 Mio und im Jahr 2050 mit 5,54 Mio in dieser Alters-gruppe gerechnet. Die aus der Relation zwischen den Menschen im Alter ab 65 und den Menschen im Erwerbsalter 15 bis 64 errechnete Altenquote wird nach diesen Voraus-schätzungen zwischen 2010 und 2050 von 26 Prozent auf 48 Prozent ansteigen.

Entscheidend ist daher, wie sich die ökonomische Abhängigkeitsquote darstellt und ent-wickelt, also die Relation zwischen BezieherInnen von Sozialleistungen (insbesondere Pensionen und Arbeitslosenleistungen) auf der einen und Erwerbstätigen bzw Beitrags-zahlerInnen auf der anderen Seite. Wichtig ist neben der Entwicklung auf dem Arbeits-markt auch, wie sich die Arbeitsproduktivität und das Wachstum unserer Wirtschaft ent-wickeln werden.

Die Nutzung der vorhandenen Erwerbspotentiale erfordert vor allem:
+ Sicherstellung/Schaffung einer qualitativ hochwertigen Aus- und Weiterbildung
+ Herstellung entsprechender Rahmenbedingungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
+ Verbesserung des Gesundheitsschutzes und Reduktion der Invalidisierungsquoten.
+ Bessere Erwerbsintegration von Menschen im höheren Erwerbsalter (alternsgerechte Arbeitsplätze, etc).
+ Überführung unfreiwilliger Mini-Jobs und prekärer Arbeitsformen in sozial- und arbeits-rechtlich abgesicherte Arbeitsplätze.
+ Ausgewogene Verteilung der Erwerbsarbeit und des erarbeiteten Wohlstands.

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