Amon: Die Mittelschule kommt. Das Gymnasium bleibt.

ÖVP-Bildungssprecher: Größte bildungspolitische Reform seit 50 Jahren

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Bei der Präsentation des Begutachtungsentwurfes zur Neuen Mittelschule sagte heute, Dienstag, ÖVP-Bildungssprecher Abg. Werner Amon MBA, "dass es in langen, intensiven, aber äußerst konstruktiven Verhandlungen seit dem Sommer gelungen ist, die Umsetzung der Neuen Mittelschule in das Regelschulwesen gesetzlich zu verankern. Mit der Umstellung aller Hauptschulen in Mittelschulen wird eine der größten bildungspolitischen Reformen der letzten 50 Jahre eingeleitet". Rund 1.160 Hauptschulstandorte mit rund 10.500 Klassen werden zu Mittelschulen weiterentwickelt, davon werden rund 220.000 Schülerinnen und Schüler profitieren und fast 30.000 Lehrerinnen und Lehrer betroffen sein. Über 200 Gesetze müssen novelliert werden. Mit dieser Reform ist nun klar: Die Mittelschule kommt, das Gymnasium bleibt, betonte Amon.

"Alle Hauptschulen werden bis zum Schuljahr 2018/19 vollständig in Neue Mittelschulen umgewandelt, die Allgemeinbildende Höhere Schule (AHS) in ihren bisherigen Ausprägungen - sowohl als Langform (acht Jahre) als auch als Oberstufenform (vier Jahre) - erhalten", erläuterte der ÖVP-Bildungssprecher.

Besonderes Augenmerk ist in den Verhandlungen auf die Form der Differenzierung, das Bildungsziel, den Lehrplan sowie die Berechtigungen gelegt worden. "Die Formen der Differenzierung sind im Gesetz taxativ aufgezählt. Am Schulstandort entscheiden Direktor und Klassenlehrer über die Form der Differenzierung, wobei die pädagogische Entscheidung, welche Fördermaßnahmen in den Klassen getroffen werden, der Klassenlehrer trifft", betonte Amon. Als Formen der Differenzierung stehen die Individualisierung des Unterrichts, ein differenzierter Unterricht in der Klasse, Begabungs-einschließlich Begabtenförderung, Maßnahmen der inklusiven Pädagogik und Diversität, temporäre Bildung von Schülergruppen, Bildung von Förder- bzw. Leistungskursen sowie das Unterrichten im Lehrerteam (Teamteaching) zur Verfügung. "Der Schulleiter hat am Ende des Schuljahres der Schulaufsicht einen Bericht über die Verwendung der zusätzlichen Ressourcen zu erstatten. Auch wird auf diese Weise sichergestellt, dass die zusätzlichen sechs Unterrichtsstunden tatsächlich bei den Schülerinnen und Schülern angekommen sind", erklärte der ÖVP-Bildungssprecher.

Der neue "Mittelschullehrplan" wird in den differenzierten Pflichtgegenständen (Deutsch, Mathematik, Englisch und allenfalls in einem weiteren vertiefenden Pflichtgegenstand, z.B. Latein) in das Bildungsziel einer grundlegenden bzw. vertiefenden Allgemeinbildung unterteilt. "Damit ist gewährleistet, dass individuell auf die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden kann", stellte Amon klar.

An diese Leistungen knüpfen sich auch die Berechtigungen, die ein Absolvent der Mittelschule erwerben kann.
- Ein Übertritt in eine Allgemeinbildende Höhere Schule bzw. Berufsbildende Höhere Schule ist möglich, wenn das Ziel der vertiefenden Allgemeinbildung in allen differenzierten Pflichtgegenständen (Deutsch, Mathematik, Englisch) erreicht ist. Gelingt das in einem Fach nicht, kann die Klassenkonferenz die Berechtigung erteilen. Zudem ist die Differenzierung auch auszuweisen, wenn ein Schüler von der Mittelschule in die AHS wechseln möchte, beispielsweise nach der 5. oder 6. Schulstufe.

- Ein Übertritt in eine Berufsbildende Mittlere Schule ist möglich, wenn das Ziel der grundlegenden Allgemeinbildung in allen differenzierten Pflichtgegenständen erreicht ist und keine Benotung schlechter als "Befriedigend" vorliegt. Gelingt das in einem Fach nicht, kann die Klassenkonferenz die Berechtigung erteilen. Erreicht ein Schüler bzw. eine Schülerin in allen Gegenständen das grundlegende Ziel der Allgemeinbildung und wird zumindest mit "Genügend" beurteilt, so steht der Weg in die Polytechnische Schule bzw. in die duale Berufsausbildung offen.

- Ein Übertritt in eine Polytechnische Schule ist möglich, wenn in allen differenzierten Pflichtgegenständen das grundlegende Ziel der Allgemeinbildung mit zumindest "Genügend" erreicht wird.

"In allen anderen Fällen bleibt die Möglichkeit, eine Aufnahmeprüfung an der angestrebten AHS oder BMHS zu absolvieren, erhalten. Diese ist von der aufnehmende Schule durchzuführen", erläuterte Amon.

Der ÖVP-Bildungssprecher betonte abschließend, dass "es mit diesem Begutachtungsentwurf gelungen ist, Neigung, Begabung, Talente und individuelle Leistungsfähigkeit des Schülers in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig die AHS zu erhalten. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur schülerorientierten Weiterentwicklung des Schulwesens geleistet".
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0002