LR Ragger: "Sozialsystem muss die vorhandenen Kräfte stärken"!

Demografische Herausforderung bewältigen

Klagenfurt (OTS) - "Die sinnvolle Verbindung von Sozial-, Wohnbau-und Wirtschaftspolitik ist eine Grundvoraussetzung, damit Kärnten die Herausforderungen besteht, welche durch die Zunahme an älteren Personen entstehen. Wir brauchen einen Mix von Maßnahmen", fordert Kärntens Sozialreferent LR Mag. Christian Ragger.

Die intensive Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft, wie z.B. im Bezirk Wolfsberg schaffe genügend Arbeitsplätze. Dazu gehöre auch die Unterstützung von Fort- und Weiterbildung. Diese dürfe nicht nur in Zentralräumen angeboten werden, sondern auch in Bezirken. Als Beispiel erwähnt Ragger die erstmalige Aufschulung von Pflegehelfern zu diplomierten Pflegekräften wie in Wolfsberg. Zur Gewinnung von Pflegekräften sollte die Möglichkeit bestehen, die theoretischen Ausbildungsinhalte in Form eines Fernstudiums zu erwerben.
Leistbare Wohnungen, u.a. durch gezielte Mietbeihilfen, wie das kürzlich eingeführte Jungfamilienstartgeld und Wohnbauförderungen, sind ein weiterer Schwerpunkt. In der Sozialpolitik müsse man darauf achten, dass es nur eine Zuwanderung in die Beschäftigung gebe und nicht in die Sozialhilfe. In der Mindestsicherung sei daher die Arbeitswilligkeit eine Grundvoraussetzung für den Bezug.

In der Pflegeversorgung gehe es darum, eine Stufenleiter der Versorgung zu schaffen. Dabei lautet das Prinzip, soviel ambulant wie möglich und so wenig stationär wie nötig. Nur Betroffene, die einen hohen Pflegeaufwand haben, sollten dauerhaft in ein Heim. Alle anderen sind andere Versorgungen anzubieten, z.B. in betreubaren Wohneinheiten oder in kleinen laufend kontrollierten Pflegestellen (alternative Lebensräume). Vor allem aber muss die geriatrische Rehabilitation ein besonderer Schwerpunkt sein, wobei Senioren wieder fit für ein selbstständiges Leben mit Unterstützung mobiler Dienste gemacht werden.

Das Kärntner Sozialbudget, welches derzeit rund 340 Millionen Euro umfasst, könne nicht so gesteigert werden wie in der Vergangenheit, sondern nur in dem Maße wie sich auch die Einnahmen erhöhen. Der Einsatz der Mittel, rund 180 Millionen Euro für die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen, über 60 Millionen für Menschen mit Assistenzbedarf und 45 Millionen Euro für Kinder und Jugendliche müsse regelmäßig geprüft werden. Bei allen sozialen Unterstützungen sei die Frage zu stellen, ob sie die vorhandenen eigenen Kräfte stärken oder ob sie eher dazu dienen, die Betroffenen in Abhängigkeit zu halten.

Abschließend betont LR Ragger, dass man den Zuwachs an geschenkten Jahren positiv sehen müsse. Die steigende Lebenserwartung bedeute nicht automatisch mehr Krankheit und Pflege. Es gehe auch darum, die Energie und Tatkraft der Senioren zu nutzen. Freiwilligenarbeit und Ehrenämter im Alter werden uns entscheidend helfen können.

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Büro Landesrat Mag. Christian Ragger
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