Heinisch-Hosek: Neue Wege in der Frauenpolitik beschreiten

Frauenministerin bei Prammer-Buchpräsentation der SPÖ-Bundesfrauen

Wien (OTS/SK) - "Wer das Ziel nicht kennt, wird den Weg nicht finden" - so heißt die kürzlich erschienene Biographie von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die gestern im Rahmen einer Veranstaltung der SPÖ Bundesfrauen mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in Wien präsentiert wurde. Im Gespräch mit Marie-Theres Euler-Rolle blickten Prammer und Heinisch-Hosek auf ihren bisherigen politischen und privaten Weg zurück, zogen Bilanz über frauenpolitische Strategien und Erfolge und gaben Einblick in ihr Verständnis von Politik und Demokratie. Aus einfachen Verhältnissen stammend war für beide die Förderung durch die Familie oder Mentorinnen am Weg in die Politik wichtig: "Ohne Förderung geht es nicht. Wichtig ist, wenn man eine Förderung bekommen hat, muss man sie weitergeben und eine neue Generation an Frauen mitnehmen", sagte Prammer. ****

"Was ich jungen Frauen mit auf den Weg gebe, ist, dass sie berufliche Herausforderungen annehmen und sich etwas zutrauen müssen", bekräftigte die Nationalratspräsidentin. Sie würde sich oft mehr Enthusiasmus und Spontanität von Frauen wünschen. Auf die Frage, ob es heute schwieriger ist, in Sachen Frauenpolitik voranzukommen, sagte Ministerin Heinisch-Hosek: "Im Kollektiv etwas für Frauen weiterzubringen, wird schwieriger. Derzeit wird uns vom Markt vorgegaukelt, wir bräuchten keinen Staat, um für Gleichstellung zu sorgen. Viele sind der Meinung, dass sie individuell besser weiterkommen. Dabei übersehen sie, dass man viele Hürden und Hindernisse individuell oft gar nicht wahrnimmt. Die Vorstellung, dass Frauenpolitik gleich Gesellschaftspolitik ist, ist weniger geworden."

Im Blick zurück warnte Prammer vor der Vorstellung, das "Rad der Zeit" lasse sich in Sachen Frauenpolitik nicht mehr zurückdrehen. Nach dem Jahr 2000 habe sich gezeigt, wie schnell es wieder "retour gehen kann". Dem pflichtete Heinisch-Hosek bei: "Zwischen 1998 und 2008 hat sich im Verhältnis bezahlte und unbezahlte Arbeit nichts verändert".

Heinisch-Hosek erklärte, man müsse auch neue Wege in der Frauenpolitik beschreiten. Sie verwies etwa auf ihre Kampagne "Echte Männer gehen in Karenz", wo es darum gehe, auch ins Bewusstsein der Männer vorzudringen. "Wir brauchen auch solidarische Männer für unsere Anliegen." Um in Sachen Gleichstellung weiterzukommen gebe es nicht die eine Maßnahme, sagte Prammer. Es brauche ein ganzes Umfeld:
"Es ist die Wechselwirkung von glaubwürdiger Politik und einer offenen Gesellschaft, die bereit ist mitzuwirken, die wir brauchen", so Prammer. (Schluss) pl/sv

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