Schülerunion äußert Sicherheitsbedenken bei Maturareise X-JAM

X-JAM bringt über 7.000 Maturanten illegal nach "Nordzypern" - dort gibt es keine diplomatische Vertretung; Munitionsdepot hinter dem Hotel wird verschwiegen

Wien (OTS) - Nach Abschluss der Matura fliegen tausende österreichische Schüler auf Maturareise. Der Veranstalter Ruefa bietet am Ende dieses Maturajahres die Reise X-JAM an. Sie findet im Norden von Zypern statt, was der Veranstalter im Katalog aber nicht erwähnt. Zypern ist seit 1974 geteilt und wird im Norden durch 43.000 türkische Soldaten besetzt.

"Die direkte Einreise von Österreich in den besetzten Norden ist illegal, es gibt dort keine diplomatische Vertretung. Hinter dem Reisehotel befindet sich ein Munitionsdepot. Von all dem wissen die Schüler aber nichts, weil X-JAM diese Informationen zurückhält", zeigt sich der Bundesobmann der Schülerunion, Jim Lefebre, besorgt.

"Die Schülerunion und die Bundesschülervertretung warnen vor dieser Maturareise und fordern den Veranstalter auf, die Schüler umgehend zu informieren", betont Bundesschulsprecherin Conny Kolmann.

Illegale Einreise

Laut Außenministerium betrachtet die zypriotische Regierung die Nutzung der Flughäfen im Norden der Insel, also auch des Flughafens Ercan, grundsätzlich als illegale Einreise. Sie behält sich das Recht vor, diese zu bestrafen. Laut X-JAM Katalog (S. 48) und Website wird aber genau dieser Flughafen direkt angeflogen. (Katalogauszug und Websiteauszug auf http://public.ftp.schuelerunion.at/xjam)

Auch in Notfällen kann dieser Flughafen nicht angeflogen werden. Es müsste der weit entfernte Flughafen Larnaca benutzt werden, der im Süden der Insel liegt. Aufgrund aber der illegalen Einreise über den Norden und der rechtlichen Situation ist ein Krankentransport zu diesem Flughafen nur schwer möglich.

Keine diplomatische Vertretung

Der Norden der Insel ist von Österreich nicht als Staat anerkannt. Aufgrund der politischen Gegebenheiten sind dort diplomatische Hilfeleistungen der Österreichischen Botschaft nur in sehr eingeschränktem Ausmaß möglich. Offizielle Kontakte mit den Behörden im besetzen Gebiet sind nicht möglich. Meistens wird es erforderlich sein, die geographisch entfernten Vertretungsbehörden in Ankara bzw. Istanbul zur Hilfeleistung in Anspruch zu nehmen, teilte das Außenministerium der Schülerunion mit.

"Bereits simple Probleme wie der Verlust eines Reisepasses könne zu gravierenden Schwierigkeiten führen", betont der Bundesobmann der Schülerunion.

Munitionsdepot hinter dem Hotel

Das Hotel "Acapulco Beach Club and Resort", in dem die Maturanten untergebracht werden, befindet sich in unmittelbarer Nähe einer militärischen Sperrzone. Das Hotel liegt direkt vor einem der größten Munitionsdepots in den besetzten Gebieten, bestätigt die Botschaft der Republik Zypern. (Foto auf
http://public.ftp.schuelerunion.at/xjam)

Das Außenministerium weist auf seiner Webseite darauf hin, dass das Fotografieren derartiger militärischer Anlagen "verboten und strafbar" ist und "zumeist sehr streng gehandhabt" wird. Dass diese Warnung ernst zu nehmen ist, beweist u. a. der Umstand, dass im März 2011 laut Botschaft mehrere Europaabgeordnete wegen Missachtung dieses Verbots von der Besatzungsarmee verhaftet wurden.

Kolmann stellt abschließend fest, "es wird schwer über 7.000 Reisenden zu erklären, dass sie keine Fotos machen dürfen. Denn das Hotel ist von militärischen Einrichtungen umgeben."
(Umgebungskarte auf http://public.ftp.schuelerunion.at/xjam)

Österreichische Schülerunion

Die Schülerunion ist die größte Organisation für Österreichs Schüler. Über 30.000 Mitglieder vernetzen sich, um die Anliegen von Schülern zu vertreten und sich über Schulthemen auszutauschen.

Umfassendere Informationen sowie honorarfreie Fotos stellt die Schülerunion hier zur Verfügung:
http://public.ftp.schuelerunion.at/xjam

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