Bayr zu UNO-Abrüstungswoche: Ratifizierung des Umfassenden Teststopp-Vertrags beschleunigen

Daten der Messstationen, die Vertrag überwachen, für friedliche Zwecke nutzen

Wien (OTS/SK) - Anlässlich der UNO-Abrüstungswoche macht Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, auf die nach wie vor existierende, reale Bedrohung durch Atomwaffentests aufmerksam. "Mehr als 2000 Explosionen, über- und unterirdische, haben zwischen 1945 und 1996 weltweit stattgefunden. Nach dem Inkrafttreten des Atomwaffensperrvertrages, und nachdem die UNO 1996 den Kernwaffenteststopp-Vertrag beschlossen hatte, waren es immerhin noch sechs Explosionen. Damit uns eine Trendwende zurück in die Vergangenheit erspart bleibt, hat Österreich als Sitz der Organisation des Nuklearteststoppvertrags eine besondere Verpflichtung", sagte Bayr am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Im Rahmen der Organisation "Parliamentarians for Nuclear Non-Proliferation and Disarmament" setzt sich die Nationalratsabgeordnete daher gemeinsam mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern auf der ganzen Welt für die längst überfällige weltweite Ratifizierung des Umfassenden Teststopp-Vertrags ein. ****

"Österreich hat den Kernwaffenteststoppvertrag zwar schon 1998 ratifiziert. Damit er aber effektiv in Kraft treten kann, müssen alle verbliebenen Kerntechnik-Staaten unterschreiben bzw. ratifizieren. Solange China, Nordkorea, Ägypten, Indien, Indonesien, Iran, Israel, Pakistan und die USA nicht unterschrieben bzw. ratifiziert haben, können auch die Daten der 337 Messstationen weltweit, die die Einhaltung des Vertrags überwachen, noch nicht in vollem Umfang für friedliche Zwecke genutzt werden. Mit diesen seismischen, hydroakustischen und stratosphärischen Daten kann effektiv vor Katastrophen wie Tsunamis, Erdbeben und Vulkanausbrüchen gewarnt werden. Es ist also im Interesse von uns allen, dieses Vorhaben weiter voranzutreiben", so Bayr.

Am 10. September 1996 beschloss die UNO-Generalversammlung den Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty (CTBT), der seitdem von 182 Staaten unterschrieben und von 155 Staaten ratifiziert worden ist. Momentan bereitet die CTBTO (Preperatory Commission for the Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organisation) mit Sitz in Wien, die vollständige Umsetzung des Vertrags vor. Das Datenzentrum hat seinen Sitz ebenfalls schon in Wien. Hier laufen alle Stränge zusammen und dokumentieren u.a. den Klimawandel weltweit. "Momentan befindet sich das System noch in der Testphase und ist mit 182 Messstationen nur zu 85 Prozent einsatzfähig. Wir sollten die Chance, ein flächendeckendes, globales Alarmsystem für Naturkatastrophen einzufordern, nicht ungenützt verstreichen lassen", betonte Bayr. (Schluss) pl

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