BZÖ-Bucher: Troika-Geheimbericht: Griechenland braucht bis zu viermal mehr Geld

Neue Schuldenanalyse enthüllt: Athen braucht deutlich länger und viel mehr Finanzhilfen als zunächst angenommen

Wien (OTS) - BZÖ-Chef Bucher fordert heute einen sofortigen Zahlungsstopp nach Griechenland. Grund ist ein bisher unveröffentlichter Geheimbericht zur Schuldentragfähigkeit Griechenlands, erstellt von der Troika-Beobachtermission aus Internationalen Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission. Dieser liegt "Welt-Online" vor und analysiert, dass Griechenland deutlich länger und deutlich mehr Geld braucht, als bislang von den Euro-Regierungen erwartet. Die bittere Wahrheit sei, dass auch die Steuerzahler der Euro-Geberländer deutlich länger und vor allem deutlich mehr Geld nach Athen pumpen müssten, wenn das Land nicht in die Insolvenz rutschen solle. "Bucher sieht die Warnungen des BZÖ bestätigt und fordert Bundeskanzler Faymann erneut auf, beim kommenden Rat am Mittwoch ein Veto Österreichs zur Ausweitung des Rettungsschirms einzulegen. "Jeder Euro, der weiter nach Griechenland fließt, ist ein Euro in ein Fass ohne Boden und verloren". Nach der neuen geheimen Analyse könnten 440 Milliarden Euro notwendig sein, allein um die Griechen über Wasser zu halten. Zum Vergleich haben die Europäer "nur" 109 Milliarden für das zweite Hilfspaket bis 2014 beschlossen. "Europa droht damit eine Vervierfachung allein der Griechenlandhilfe", warnt Bucher.

"Die zusammengetragenen Zahlen und Fakten sind ernüchternd: Die Rezession in Griechenland - verstärkt durch die Sparmaßnahmen - ist weitaus schlimmer als bislang befürchtet. Um 5,5 Prozent in diesem und drei Prozent im nächsten Jahr breche die Wirtschaftsleistung weiter ein. 2013 und 2014 könnte die Wirtschaft des maroden Landes dann zwar wieder wachsen. Mit 1,25 Prozent allerdings eher langsam. Erst ab 2015 rechnen die Experten mit einer Reformdividende beim Wachstum. Es könnte dann auf 2,6 Prozent steigen - vorausgesetzt, es verschlechtert sich nicht auch noch die Lage der Weltwirtschaft. Für Griechenlands Haushaltslage sind das schlechte Nachrichten. Denn eine schwache Konjunktur drückt einerseits die Steuereinnahmen und hebt andererseits Sozialausgaben.

"Die jüngsten Entwicklungen rufen nach einer Neuberwertung der Annahmen, die bislang für die Schuldentragfähigkeitsanalyse genutzt wurden", heißt es in dem Papier, das "Welt Online" vorliegt. Entwickelt sich die Lage wie in der Untersuchung angenommen, erreicht Griechenlands Schuldenstandsquote im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung 2013 ungeheuerliche 186 Prozent. Bis 2020 würde sie nur auf 152 Prozent sinken. Und selbst 2030 - also in 19 Jahren -wäre sie laut Vorhersage erst bei 130 Prozent. Zwar würde das am 21. Juli dieses Jahres beschlossene Hilfspaket der Schuldentragfähigkeit Griechenlands schon helfen. Nur würden die Maßnahmen überkompensiert durch die wirtschaftliche Entwicklung. Wer Griechenland vor der Pleite bewahren will, muss also mehr Hilfe nach Athen pumpen. Wie viel, hängt vom Verzicht der privaten Gläubiger ab, der gerade verhandelt wird. Nach den jetzigen Berechnungen müssten die Hilfen bis 2020 auf 252 Milliarden Euro aufgestockt werden. Das ist mehr als das Doppelte von jenen 109 Milliarden Euro, die die Europäer für das zweite Hilfspaket bis 2014 beschlossen hatten. Verschlechtert sich die Lage weiter, heißt es in dem Bericht, könnten 440 Milliarden Euro notwendig sein, um die Griechen über Wasser zu halten", zitiert der BZÖ-Chef aus "Welt Online".

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