Scheele zu Missbrauchsvorwürfen gegenüber NÖ-Jugendheimen

Anonyme Erstanlaufstelle für Opfer, jeder Vorwurf wird durch Kommission geprüft

St. Pölten (OTS/SPI) - Alle Kinder und Jugendlichen haben dasselbe Recht auf Geborgenheit. In Fällen, bei denen Eltern, aus welchen Gründen auch immer, ihre Aufgaben und Pflichten gegenüber ihren Kindern nicht wahrnehmen können, übernimmt die Jugendwohlfahrt deren Betreuung. Diese hat das Ziel, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und ihre körperliche und seelische Gesundheit zu sichern. Dazu die zuständige Landesrätin Mag.a Karin Scheele:
"Gerade diese Kinder sind besonders schutzbedürftig und in diesem Sinne steht ihr Wohl immer im Mittelpunkt der Tätigkeit in Jugendheimen."

Umso dramatischer, so Scheele weiter, seien für Sie Fälle von Pflichtverletzung, körperlicher und seelischer Gewalt sowie sexuellen Misshandlungen gerade in Einrichtungen der Jugendwohlfahrt. Landesrätin Karin Scheele unterstreicht ihre "Null-Toleranz" gegenüber solchen Übergriffen: "Bereits im Mai 2010 wurde deshalb die NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft als anonyme, vertrauliche und kostenlose Erstanlaufstelle für solche Fälle eingerichtet. Die NÖ Opferschutzkommission ist angehalten jedem auch noch so geringfügig erscheinenden Vorwurf lückenlos und schnellstmöglich zu prüfen." Denn, so Landesrätin Karin Scheele weiter: "Jedes Opfer wird ernst genommen und das muss sich auch in konkreten Handlungen widerspiegeln." Im Konzept "Opferschutz" auf Initiative der Landesregierung von ExpertInnen ausgearbeitet, wurden Voraussetzungen und Rahmen allfälliger Entschädigungen definiert und mit Jänner 2011 sowohl eine eigene Entschädigungskommission sowie ein Beirat eingerichtet."

Landesrätin Karin Scheele unterstreicht die Notwendigkeit dieser Institionen: "Die Opfer von Gewalt müssen ihre Geschichte vertraulichen und kompetenten BeraterInnen erzählen können. In der Folge haben sie die Möglichkeit zur Bearbeitung, etwa Recherchen durch die fachlich zuständige Abteilung der Landesregierung. Darüber hinaus ist es wichtig eine psychosoziale bzw. psychotherapeutische Aufarbeitung zu erhalten. Nicht der direkten Hilfeleistung zuzurechnen, aber psychologisch und moralisch nicht zu unterschätzen ist selbstverständlich die Entschuldigung der Behörden und allfälliger weiterer verantwortlicher Stellen."

Derzeit haben sich 33 Betroffene bei der Erstanlaufstelle der NÖ Kinder- und Jugendwohlfahrt gemeldet. Fünf Betroffene wurden zuständigkeitshalber an das Bundesland Wien weitervermittelt. Acht Fälle fielen nicht in die Kategorie Opferschutz und wurden von anderen Stellen entsprechend aufgearbeitet. Der Rest hat sich wegen Gewalt in stationären Einrichtungen des Landes NÖ an die Erstanlaufstelle gewandt, wobei sich der Großteil der Beschwerden auf den Zeitraum von 1957 bis 1990 erstreckt. Neun Fälle sind derzeit noch in Bearbeitung.

Bei den Leistungen von Entschädigungszahlungen orientiert sich Niederösterreich an den Kriterien der von der Katholischen Kirche eingerichteten Opferschutzanwaltschaft, der so genannten "Klasnic-Kommission". Landesrätin Karin Scheele hält darüber hinaus fest, dass in Niederösterreich keine Fälle ohne Überprüfung abgewiesen wurden.

Auf die Frage, ob im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen des ehemaligen Heimes Wilhelminenberg, auch in Niederösterreich mit weiteren Vorwürfen zu rechnen sei, antwortet Karin Scheele mit einem Aufruf sich zu melden: "Es ist unerheblich welcher Anlass Menschen dazu bewegt sich anzuvertrauen und über ihre Erlebnisse zu berichten. Die anonyme Erstanlaufstelle arbeitet sehr verantwortungsbewusst und ich wünsche allen Betroffenen den Mut sich dieser auch anzuvertrauen."

Kontakt und Erreichbarkeit der Erstanlaufstelle:

NÖ kija - NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft
Rennbahnstraße 29, Tor zum Landhaus, Stiege B, 1. OG
3109 St. Pölten
Tel: 02742/908 11
Fax: 02742/9005-15650
Email: post.kija@noel.gv.at

Rückfragen & Kontakt:

Christoph Ertl
Pressereferent
LRin Mag.a Karin Scheele
0664/ 10 34 340

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN0002