Diagnostik von sexuellem Missbrauch im Spannungsfeld von Traumatisierung und Suggestion

Fachtagung des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen

Wien (OTS) - Sexueller Missbrauch ist in den letzten Jahren von
der Gesellschaft in vermehrtem Ausmaß und mit zunehmender Bestürzung wahrgenommen worden. Der Gesetzgeber und die Justiz haben darauf im Rahmen ihres Wirkungsbereiches reagiert. In strafrechtlichen und familienrechtlichen Verfahren werden Klinische PsychologInnen, insbesondere gerichtliche Sachverständige, laufend mit Begutachtungen bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch beauftragt.

Die Fachsektion Rechtspsychologie im Berufsverband Österreichischer PsychologInnen veranstaltet am 21. Oktober eine Tagung zum Thema "Diagnostik von sexuellem Missbrauch im Spannungsfeld von Traumatisierung und Suggestion".

Die psychologisch-diagnostische Tätigkeit bei sexuellem Missbrauch erfolgt im Wissen um eine mögliche Traumatisierung wie auch um die Existenz von suggestiven Phänomenen. Sie erfordert profunde Kenntnisse auf dem Gebiet der klinisch-psychologischen und Persönlichkeitsdiagnostik und in der Aussagepsychologie.

Sexueller Missbrauch kann schwere traumatische Störungen zur Folge haben, mit denen Klinische Psychologen in ihrer diagnostischen und therapeutischen Arbeit laufend konfrontiert werden. Frau Prof. Lueger-Schuster aus Wien hat dazu publiziert und wird als Expertin für Traumafolgestörungen referieren.

In diesem Zusammenhang gibt es aber auch das Phänomen der false memory, der falschen Erinnerung, welche durch eigen- oder fremdsuggestive Prozesse generiert wird. Suggestive Phänomene im Zusammenhang mit Missbrauchsverdacht sind in den letzten Jahren zunehmend wissenschaftlich untersucht worden. Frau Univ.-Prof. Volbert aus Berlin gilt als eine führende Expertin auf diesem Gebiet, da sie seit Jahren sowohl wissenschaftlich als auch im Auftrag von Gerichten tätig ist.

Sachverständige haben ihr Fachwissen zur Verfügung zu stellen. Die Beweiswürdigung obliegt der Justiz.

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Mag. Monika Glantschnig
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