ÖH Uni Graz: Finanzministerin verabschiedet sich von Realität

Debatte über Finanzierung der Bildung erreicht neuen Tiefpunkt

Graz (OTS) - "Mit der heutigen Aussage >80 Millionen Euro wären die Uni-Milliarde in Schilling< verabschiedet sich Finanzministerin Fekter endgültig von der Realität." zeigt sich ÖH Uni Graz-Vorsitzender Stefan Thum entsetzt. "Ihre Partei hat offensichtlich eine falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit von großen Teilen der Bevölkerung oder will diese einfach auf den Arm nehmen. Dass genau diese Partei dann vehement Studiengebühren fordert, obwohl sich durch die drastische Kürzung der Familienbeihilfe die finanzielle Situation für Studierende schon verschlimmerte, passt nahtlos ineinander." so Thum weiter.

Die ÖH Uni Graz fordert endlich konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der heimischen Bildungslandschaft. "Auch Wissenschaftsminister Töchterle, der aus einem bezahlten Gutachten schließt, dass Universitäten selbst Studiengebühren einheben dürften, bekleckert sich in dieser Debatte nicht mit Ruhm. Anstatt für Bildung zu kämpfen und energisch für mehr Geld zu werben, gibt er den schwarzen Peter an die unterfinanzierten Universitäten weiter." heißt es aus dem Vorsitzbüro der ÖH Uni Graz. Die Universitäten, eigentlich für Forschung und Lehre zuständig, werden so zu Geldinstituten umgewandelt, zu denen man nur mehr mit der richtigen - und gut gefüllten - Bankomatkarte Zutritt hat. Die Aussagen des Gutachtens werden mittlerweile auch von Verfassungsrechtlern als fragwürdig kritisiert.

Bernhard Bitterer, ebenfalls Mitglied im Vorsitzteam der ÖH Uni Graz, kann sich angesichts solcher Aussagen einer Finanzministerin nur noch in Satire retten: "Ich freue mich schon auf die zukünftigen Debatten im Parlament, bei der Pensionserhöhungen in Lire umgerechnet und Steuerbelastungen in japanischen Yen angeführt werden. Und vielleicht sollte man, der Fekter'schen Wechselkurslogik folgend, sich auch einfach auf 500 Schilling Studiengebühren einigen."

Am Ende werden beide wieder ernsthaft: "Wir leben im Jahr 2011 und die Bildung in diesem Land ist weit unterfinanziert. Dass das der Politik nicht klar zu sein scheint, ist ein Armutszeugnis".

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