Abfall ist Rohstoff

Wie Österreichs Abfallsammler und -behandler helfen, Ressourcen zu schonen

Wien (OTS/PWK747 ) - Weltweit werden primäre Rohstoffe knapper.
Die Experten streiten sich, wann die Vorräte an Erdöl, Erdgas und Steinkohle erschöpft sind. Von 30 Jahren reden die einen, 15 Jahre meinen andere. Tatsache ist, irgendwann sind die Ressourcen erschöpft. Die Abfallwirtschaft kann mithelfen, diese wertvollen Rohstoffe zu schonen und stattdessen alternative Energiegewinnung zu forcieren - durch die Sammlung und entsprechende Behandlung von Abfällen.

"Dadurch, dass Rohstoffe immer knapper werden, wird das Know-How der Sammlung und Aufbereitung von Abfällen zu Sekundärrohstoffen immer wichtiger", beschreibt Helmut Ogulin, Obmann des Fachverbands Abfall- und Abwasserwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Bedeutung des Kerngeschäfts der Unternehmen der österreichischen Abfallbranche. Immerhin jeder fünfte Betrieb des Fachverbands Abfall- und Abwasserwirtschaft gibt die Sammlung und Behandlung von Abfällen als seinen Tätigkeitsschwerpunkt an.

Wer, was und wie?

Abfallsammeln kann nicht jeder, erklärt Ogulin: "Gemäß dem Abfallwirtschaftsgesetz muss jeder, der Abfälle entgegen nimmt, eine Erlaubnis dazu haben und die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse zur Sammlung oder Behandlung der Abfälle nachweisen." Dies geschieht zum Beispiel bei nicht gefährlichen Abfällen durch 5-jährige einschlägige Berufserfahrung oder Schulungen sowie durch Abschluss einer entsprechenden Schule (z.B. Umwelttechnik-HTL) oder Studiums. Auch macht es einen Unterschied, welche Art von Abfällen gesammelt bzw. behandelt wird. Der Gesetzgeber unterscheidet hier zwischen gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen. "Gefährliche Abfälle sind immer Stoffe, die ein gewisses Umweltrisiko bedeuten und daher eigenen Bestimmungen unterliegen", erklärt Ogulin weiter. "Der Transport und die Behandlung solcher Stoffe bedarf besonderer Ausbildung. Daher gibt es auch eine Trennung zwischen Sammlern und Behandlern von nicht gefährlichen Abfällen und von gefährlichen Abfällen."

Verlässlichkeit ist Trumpf

Das Tätigkeitsspektrum von Abfallsammlern und -behandlern ist weit und vielfältig. Sie sind verlässliche Partner der Kommunen bei der haushaltnahen Entsorgung (z.B. Restmüll, Biomüll) und bei den Entsorgungsaufgaben auf den Recyclinghöfen. Sie führen die Entsorgung von Abfällen von Gewerbe- und Industriebetrieben durch und sortieren und bereiten Wertstoffe (z. B. Papier, Karton, Kunststoff, Metall) auf. Die Kunden sind mindestens genauso vielfältig wie die Tätigkeiten. Kommunen, Privatpersonen, Gewerbe und Industrie -schlichtweg jeder, der irgendwie Abfall verursacht. "Das wichtigste neben den fachlichen Kenntnissen ist jedoch die Verlässlichkeit des Dienstleisters", hebt Ogulin hervor. "In Kommunen, Einkaufszentren oder bei Bau- und Werkstattbetrieben fallen täglich große Mengen an Abfällen an. Diese müssen rasch und unkompliziert abtransportiert und danach verwertet werden. Andernfalls herrschen schnell Verhältnisse wie in Neapel."

Die Behandlung von Abfällen

Abfall sammeln und transportieren ist eine Sache. Ihn zu "behandeln" eine ganz andere. Ogulin erläutert den Terminus: "Die EU-Abfallrahmenrichtlinie definiert was unter Beseitigung und was unter Verwertung fällt. So ist die Deponierung von Schlacke ein klassisches Beispiel für Beseitigung. Die Sammlung und Aufbereitung von Altmetallen fällt beispielsweise unter Verwertung. Beides gilt jedoch als Behandlung des Abfalls." Die Behandlungsmethoden richten sich dabei nach der Art und Konsistenz des Abfalls sowie nach der Kategorisierung in gefährliche und nicht gefährliche Stoffe. "In einer Vielzahl der Unternehmen der heimischen Abfallwirtschaft werden Abfälle hauptsächlich zu Rohstoff für die Industrie aufbereitet", beschreibt Ogulin. "Dies geschieht durch Sortierung, Kontingentierung und eventuelle Zerkleinerung. Die Industrie kann den behandelten Abfall dann als Rohstoff für die Produktion weiterverwenden z.B. von Papier, Kunststoffprodukten, Glas (Kreislaufwirtschaft)." Andere -behandelte - Abfälle wiederum werden als Ersatzbrennstoffe für die Zementindustrie verwendet oder zur Verbrennung in Abfallverbrennungsanlagen und somit als Energieerzeuger für Gewerbe, Industrie und Haushalte (Fernwärmenetze) genutzt.

Berufsbild

"Durch die steigende Wichtigkeit von Sekundärrohstoffen wird die Dienstleistung der Abfallsammler und -behandler in Zukunft ein ganz anderes Berufsbild im Hinblick auf wirtschaftliche und umweltpolitische Entwicklung in unserer Gesellschaft erhalten", ist Ogulin von der Bedeutung dieses Berufszweigs überzeugt. "Schon jetzt gibt es eine Vielzahl an Ausbildungen und Schulungen für Abfallsammler und -behandler, sowohl für nicht gefährliche Abfälle und natürlich besonders für gefährliche Abfälle." Die Aufbereitung von Abfällen zu Sekundärrohstoffen benötigt darüber hinaus ein vielfältiges technisches und chemisches Wissen. Und auch Forschung und Entwicklung werden in der Branche groß geschrieben, will sie doch der Industrie und dem Gewerbe in Zukunft noch effizienter wertvolle Sekundärrohstoffe aus Abfall liefern. (AC)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband der Abfall- und Abwasserwirtschaft
Mag.Christian Zinniel
Tel.: 01/52225 92-14
E-mail: referen3@dieabfallwirtschaft.at

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