Wiedereröffnung des "Pfeilheims" zum 90. Geburtstag der Akademikerhilfe

Christoph Kardinal Schönborn, Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig bei Eröffnung

Wien (OTS) - Dieser Tage begeht die Akademikerhilfe - mit 18 Wohnheimen und insgesamt 3.200 Heimplätzen größter katholischer Heimträger - ihr 90-jähriges Bestehen. Rechtzeitig konnte die Generalsanierung eines ihrer prominentesten Häuser abgeschlossen werden: Das Holzmeister-Doppelhaus in 1080 Wien, Pfeilgasse 4-6, das sogenannte "Pfeilheim", wurde zu Monatsbeginn von 322 Studierenden bezogen.
Heute, Donnerstag, nahm der zuständige Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Univ.Prof. Karlheinz Töchterle die offizielle Wiedereröffnung vor. Die Segnung des Hauses erfolgte durch den Protektor der Akademikerhilfe Dr. Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien. Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig, Bezirksvorsteherin Mag. Veronika Mickel-Göttfert sowie Andreas Sehr, Vertreter der Bewohnerinnen und Bewohner, richteten Grußworte an das Festpublikum. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Akademikerhilfe zudem das Green Building-Zertikat für die nachhaltige Sanierung des Hauses überreicht. *****

"Aus den einstigen Zweibettzimmern mit Gangduschen und Gemeinschaftsküchen sind Einzelzimmer mit eigener kleiner Küchenzeile und mit eigenem Badezimmer geworden", vermerkte der Obmann der Akademikerhilfe Abg.z.NR a.D. Mag. Dipl.-Ing. Roderich Regler. Besonderes Augenmerk wurde auf die thermische Sanierung gelegt, wofür das Haus als "Green Building" zertifiziert wurde. Damit erstrahlt eines der traditionellsten Wiener Studentenheime in neuem Glanz.
Der zuständige Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung Dr. Michael Ludwig betonte in seinen Grußworten die große Bedeutung der Akademikerhilfe für die Bundeshauptstadt: "Mit insgesamt acht Studentenheimen in Wien bietet die Akademikerhilfe Studierenden ein kostengünstiges und qualitätsvolles Angebot." Ludwig hob zudem die hervorragende Qualität der geförderten thermisch-energetischen Sanierung des Studentenheims Pfeilgasse hervor, durch die der Heizwärmeverbrauch um 73 % gesenkt und der Wohnkomfort deutlich gesteigert werden konnte.
Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert freute sich ebenfall über das vorbildhafte Projekt, welches auch im Rahmen des Josefstädter Klimaschutzpreises ausgezeichnet wurde. "Die Josefstadt ist ein Studentenbezirk. Es freut mich, dass das Pfeilheim durch die Generalsanierung klimafreundlich für den Bezirk und wohnlich für die Studierenden geworden ist. Ich hoffe, dass sich die Studierenden in unserem Bezirk wohl fühlen und bin gerne für ihre Anliegen da." Von den Kosten der Generalsanierung, welche inkl. Möblierung netto rund 12,3 Mio. Euro betrugen, wurden 3,6 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung subventioniert. Die Stadt Wien unterstützte die Sanierung mit einem Zuschuss in Höhe von 600.000 Euro sowie mit 6,3 Mio. Euro Wohnbauförderungsdarlehen. Zusätzlich förderten das Land Oberösterreich mit gut 700.000 Euro, das Land Salzburg mit 100.000 Euro sowie die Diözese Linz den Umbau.

Heute bietet die Akademikerhilfe Wohnmöglichkeit für 3.200 Studierende in 18 Häusern in ganz Österreich. Der Bedarf an Wohngelegenheiten für Studierende ist steigend. "Bei den Neubauten ist" - wie Regler bedauert - "leider davon auszugehen, dass im Budget für das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung keine Fördermittel mehr aufscheinen werden. Für die Heimträger ergibt sich damit die Herausforderung, sich am freien Markt zu bewähren und zugleich den Studierenden sozial verträgliche Heimpreise anzubieten." Regler appellierte in diesem Zusammenhang an die Politik, das Studium für sozial schwächere Studierende durch eine derartige Streichung von Fördermitteln nicht zusätzlich zu belasten.

Das "Pfeilheim" in neuem Glanz

Das im Jahre 1931 nach den Plänen von Architekt Clemens Holzmeister errichtete und in den siebziger und achtziger Jahren mehrfach adaptierte Studentenwohnheim wurde von Dezember 2009 bis zum Sommer 2011 umfassend thermisch-energetisch saniert. Nicht nur der Vollwärmeschutz, sondern auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie Wärmerückgewinnung aus dem Brauchwasser sorgen nun für einen effizienten und sparsamen Energieverbrauch. Durch die Sanierung wurde der Heizwärmebedarf von 105,53 kWh/m2a auf 28,65 kWh/m2a reduziert.
Weiters wurde das Erdgeschoss großzügig mit einem Wintergarten zum Lernen sowie Veranstaltungs- und Fitnessräumlichkeiten ausgestattet. Durch einen Zubau wurden neun neue Wohneinheiten geschaffen und 20 Wohneinheiten auf ehemaligen der allgemeinen Nutzung dienenden Flächen neu errichtet.

Seit 2005 wurde die Errichtung von 12 Studentenheimen mit rund 2.400 Wohneinheiten mit mehr als 37 Mio. aus der Wiener Wohnbauförderung unterstützt. Drei Studentenheime mit rund 870 Wohneinheiten befinden sich zurzeit in Planung bzw. Bau, die von der Stadt Wien mit rund 16 Mio. Euro gefördert werden.

Bewegte Geschichte Die Geschichte des Pfeilheims und der Akademikerhilfe ist eine wechselvolle: Im Jahr 1921 initiierte Studentenseelsorger Prälat Karl Rudolf die Gründung der Akademikerhilfe, um Studierende an Wiener Hochschulen zu unterstützen und ihnen eine Unterkunft zu erschwinglichen Preisen zu verschaffen. Die ersten Studentenunterkünfte wurden im Kloster der Piaristen in Wien VIII angemietet. Nach Plänen von Prof. Clemens Holzmeister wurde 1927 das erste im Eigentum der Akademikerhilfe stehende Studentenheim in Wien XVIII, Michaelerstraße 11, errichtet ("Wiener Heim"). Ebenfalls nach Plänen von Clemens Holzmeister folgte 1932 das Haus in Wien VIII, Pfeilgasse 6 ("Kardinal Piffl-Heim"). Während der Besetzung Österreichs durch Hitler-Deutschland wurde die Akademikerhilfe 1939 zwangsweise aufgelöst, ihre Heime wurden durch die NSDAP übernommen. Sie wurden entweder vom NS-Studentenbund oder als Lazarette verwendet. 1946 wurde die Akademikerhilfe durch ehemalige Vereinsmitglieder unter der Führung von Ministerialrat Willibald Mayr reaktiviert. Bis 1955 wurden die Heime durch die Besatzungsmacht zurückgegeben. Daneben übernahm die Akademikerhilfe trägerlos gewordene Heime in Wien, Graz und Leoben. 1967 wurde das Haus in Wien VIII, Pfeilgasse 3a, eröffnet, wo sich heute auch der Sitz des Vereins und der Verwaltung befinden. Nach und nach eröffnete die Akademikerhilfe Heime in allen österreichischen Universitätsstädten: 1971 in Salzburg, 1989 in Klagenfurt, 1993 in Innsbruck und 1999 in Linz. Auch in Wien, Graz und Leoben wurden weitere Heime errichtet oder zur Führung übernommen, einige Häuser wurden generalsaniert. Für die Zukunft ist als nächstes die Generalsanierung des großen Heimes in Graz, Elisabethstraße 93, vorgesehen. Weitere Heimprojekte bzw. Heimübernahmen sind für Wien, Linz und Innsbruck geplant.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Julia Hanser
Akademikerhilfe Studentenunterstützungsverein
Tel.: 01/1 40176 57
E-Mail: j.hanser@akademikerhilfe.at

Christiane Daxböck
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81869
christiane.daxboeck@wien.gv.at

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